Trainingsauftakt

TuS Dassendorf: „Wir sind auch weiterhin gierig!“

Coach Jean-Pierre Richter (in Rot) gibt seinen Spielern Anweisungen.

Coach Jean-Pierre Richter (in Rot) gibt seinen Spielern Anweisungen.

Foto: Volker Koch / BGZ -Volker Koch

Dassendorf. „Jedes Jahr mindestens einen Titel“, fordert Jan Schönteich, Sportchef der TuS Dassendorf, von seinem Team. Das scheint gut gerüstet.

Dassendorf.  Ein schneller Einwurf, ein wuchtiger Schuss aus der Drehung, und schon war es perfekt, das erste Tor von Jesper Garbers im Trikot der TuS Dassendorf. Der 22-Jährige, der vom ETSV Hamburg kam, hinterließ beim gestrigen Trainingsauftakt des Hamburger Pokalsiegers einen starken Eindruck. Sein Treffer konnte jedoch nicht verhindern, dass das „Team Dorf“ der Neuen dem „Team Dasse“ der Etablierten (zwei Tore Marcel von Walsleben-Schied) mit 1:3 unterlag.

Neben Garbers gibt es vier weitere Neuzugänge bei der TuS. Torhüter Yannick Jonas (Meiendorfer SV) soll Stammkeeper Christian Gruhne Konkurrenz machen, Edin Tanovic (TSV Sasel) die Abwehr verstärken und Aleksandar Nogovic (VfB Lübeck) sowie Len Strömer (SC Victoria) im Mittelfeld für die nötigen Ideen sorgen.

Gleich in der ersten Trainingseinheit gezaubert

Der Kampf um die Stammplätze ist also eröffnet. 18 Spieler aus dem 22-Mann-Kader waren zur ersten Einheit erschienen, und sofort war zu merken, dass das Team von Trainer Jean-Pierre Richter weitgehend zusammengeblieben ist, nur punktuell verstärkt wurde. Das hatte schon sehr viel Schönes, was die Akteure da auf den Kunstrasen des Trainingsplatzes zauberten. Der Ball lief flüssig durch die Reihen, es wirkte so, als könne die Saison sofort losgehen. Tatsächlich werden die Dassendorfer am Donnerstag beim Weinel-Cup des TSV Glinde gegen den Gastgeber das erste Mal gefordert sein (19 Uhr, Am Sportplatz). Am Sonnabend folgt dann das Spiel um Platz drei (14 Uhr) oder das Finale (16 Uhr).

„Total zufrieden mit dem Kader“

„Wir sind total zufrieden mit unserem Kader“, betont TuS-Sportchef Jan Schönteich, „wir halten aber trotzdem weiter Augen und Ohren offen, denn eigentlich ist es kein 22er-Kader, sondern eher 19+3.“ Die Einschränkung bezieht sich darauf, dass Nogovic aus beruflichen Gründen erst einmal nur bis September zugesagt hat und mit Joe Warmbier und Finn Thomas zwei TuS-Akteure monatelang mit Kreuzbandriss ausgefallen waren. „Bei ihnen müssen wir abwarten, wie es sich entwickelt“, ist sich Schönteich bewusst. Dass die Motivation nach fünf Meistertiteln und zwei Pokalsiegen leiden könnte, glaubt er nicht. „Wir sind weiter gierig“, ist er überzeugt, „jede Saison muss die Zielsetzung sein, mindestens einen, am besten beide Titel nach Dassendorf zu holen. Die Meisterschaft ist dabei der ehrlichere Titel, der Pokalsieg aber emotionaler und wirtschaftlich interessanter.“

Ein „Typ wie Alex Meier“ fehlt dem Team noch

Dafür schinden sie sich auch in den kommenden Tagen bei hochsommerlichen Temperaturen. Schon gestern herrschten 29 Grad, Tendenz steigend. „Die Jungs machen bereits einen guten Eindruck“, freut sich Athletik-Trainer Joachim „Jogi“ Ohle, „aber natürlich stellen wir uns auf die Bedingungen ein, machen vielleicht ein paar Trinkpausen mehr und sorgen vor allem dafür, dass genügend Elektrolyte da sind.“ Also alle wunschlos glücklich? Nicht ganz. „So einen echten Neuner, so einen großen, kantigen Spieler, Typ Alex Meier, den haben wir bislang vergeblich gesucht“, klagt Schönteich. Doch wer weiß: Wenn Garbers und Schied weiter so treffen, ist der ja vielleicht auch gar nicht nötig.