Maurice Heims

Auf dem Sprung ins Football-Traumland Amerika

Har seinen Studienplatz in den USA sicher: Maurice Heims.

Har seinen Studienplatz in den USA sicher: Maurice Heims.

Foto: Maurice Heims

Bergedorf. Von der Junioren-Regionalliga ins Football-Mekka USA. Dieser Sprung gelang dem Schwarzenbeker Maurice Heims.

Bergedorf.  Es war der erste Spielzug der neuen Regionalliga-Saison im American Football. Gerade hatten sich die Teams der Hamburg Iron Swans und Elmshorn Junior Pirates auf dem Feld sortiert, da brach Maurice Heims bereits durch und schlug dem verdutzten Pirates-Quarterback den Ball aus der Hand. „Da hatte ich dann so richtig Bock auf die Saison“, grinst Heims. „Was für eine Aktion! Da hat man seine Qualitäten gesehen“, lobt Swans-Sprecher Martin Kirmse.

Qualitäten, die sich mit Hilfe des Mentoring-Programms PPI (siehe Info-Kasten) mittlerweile bis in die USA herumgesprochen haben. Die renommierte Penn State University in Pennsylvania hat Heims, der gerade 17 Jahre alt geworden ist, nun ein Stipendium ab dem Jahr 2022 angeboten. „Der Team-Koordinator Brent Pry und der Defensive Line Coach Sean Spencer sahen Heims bei einem Camp für Nachwuchstalente in Aktion, und das Angebot folgte prompt“, heißt es in einem Bericht der Universität. Für den Schwarzenbeker könnte der Wechsel ins Mutterland dieses Sports ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ersehnten Profikarriere sein.

Vom Bolzplatz in die USA

Drei Jahre hat er nur gebraucht vom ersten Bällewerfen auf dem heimischen Bolzplatz bis in die Notizbücher der amerikanischen Talente-Scouts. Eine Karriere im Expresstempo. „Mein Interesse für diesen Sport hat begonnen, als ich zwölf Jahre alt war“, erinnert er sich, „wir waren im Familienurlaub in Florida, dort lief überall American Football, und hinterher habe ich dann begonnen, mit Freunden Bälle zu werfen.“ Nach einem Intermezzo im Nachwuchsteam der Schwarzenbek Wolves zog es ihn mit 14 nach Bergedorf zu den Hamburg Iron Swans, wo er anfangs allerdings kaum Einsatzzeit hatte. Das änderte sich mit einem Positionswechsel. Vom Receiver, also einem Angriffsspieler, wurde er zum Defensive End, einem Abwehrmann. Statt kreativer Offensivaktionen ging es nun ums Zerstören des gegnerischen Spiels, die Jagd auf den Quarterback. „Die Position war anfangs schon ein Problem für mich“, betont Heims, „doch nun ist es meine Traumposition.“ Mit seiner Kraft und Schnelligkeit, aber auch mit der Wucht seiner 98 Kilogramm Körpergewicht ist der 1,98-Meter-Hüne die Idealbesetzung eines Abwehrspielers.

Auf dem Platz ein anderer Mensch

Doch das Körperliche ist nur die eine Seite, auch der Kopf muss mitspielen. „Als ich mit Football anfing, hatte ich überhaupt keine Lust auf Körperkontakt“, erinnert sich der 17-Jährige, „das hat sich gründlich geändert: Wenn du raus aufs Spielfeld gehst, musst du ein anderer Mensch sein.“ Ein Schlüsselerlebnis hatte Heims 2018 bei einem Spiel mit der Hamburger Auswahl gegen Nordrhein-Westfalen. „Der gegnerische Safety hat mich damals so hart getroffen, dass ich komplett verwirrt war und mich beim nächsten Spielzug zu den Gegnern gestellt habe“, sagt er. Doch nachhaltig beeindruckt hat ihn das nicht: „Ich dachte nur: ,Okay, so ist dieser Sport also.’“

Anfang Juli geht es für ihn nun zurück ins Land seiner Träume. Zwei High Schools, eine in Kalifornien, eine in Florida, haben Sportstipendien für die restliche Schulzeit bis zur Hochschulreife angeboten, bevor er dann 2022 an die Penn State University wechseln würde. Maurice Heims bastelt eifrig weiter an seinem großen Traum.