1. Runde DFB-Pokal

Enttäuschung in Dassendorf: Wieder nur ein Zweitligist

Warten gespannt auf ihren Gegner im DFB-Pokal: die Dassendorfer (v.l.) Hans-Joachim Ohle, Mark Hinze, Maximilian Dittrich, Marcel von Walsleben-Schied, Pascal Nägele und Sven Altefrohne

Warten gespannt auf ihren Gegner im DFB-Pokal: die Dassendorfer (v.l.) Hans-Joachim Ohle, Mark Hinze, Maximilian Dittrich, Marcel von Walsleben-Schied, Pascal Nägele und Sven Altefrohne

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Dassendorf. Im DFB-Pokal hat die TuS Dassendorf die SG Dynamo Dresden zu Gast. Und vermutlich ein riesiges Polizeiaufgebot.

Dassendorf.  Es wurde plötzlich ganz still im Festzelt der „Drei tollen Tage“, dem traditionellen Feuerwehrfest in Dassendorf. Die frühere Frauenfußball-Nationalspielerin Nia Künzer hatte soeben im fernen Fußballmuseum im Dortmund bei der Auslosung zur ersten Runde im DFB-Pokal die TuS Dassendorf aus dem Topf gefischt. Und nun starrten die rund 400 Besucher beim Public Viewing des Hamburger Pokalsiegers auf der Festwiese am Bornweg gespannt auf eine kleine Leinwand. Als Künzer dann die SG Dynamo Dresden als Gegner für den Oberligisten zog, schlugen viele Anwesende die Hände vor dem Gesicht zusammen. Der Traum von einem Duell mit einem Bundesligisten war erneut geplatzt. Wie im Vorjahr, als der Kontrahent MSV Duisburg hieß (0:1), trifft die TuS wieder auf einen Zweitligisten.

Kerim Carolus: „Das ist eine Katastrophe“

„Das ist eine Katastrophe. Ich bin sehr, sehr enttäuscht“, platzte es hernach aus Verteidiger Kerim Carolus heraus, der die Auslosung mit vielen seiner Mitspieler im Festzelt verfolgte. Auch bei Ex-Profi Marcel von Walsleben-Schied überwog zunächst die Enttäuschung: „Wenn man das zweite Mal dabei ist, will man auch einen Erstligisten haben.“

Doch dann konnte der Angreifer dem Los auch etwas Positives abgewinnen. „Das ist ein Traditionsverein, die bringen immer viele Zuschauer mit“, sagte der 35-Jährige mit Blick auf die große Fanbase des achtmaligen DDR-Meisters. Die Heimspiele besuchten in der vergangenen Serie im Schnitt 28.434 Schaulustige.

Großes Polizeiaufgebot zu erwarten

Nur in die Arenen des 1. FC Köln, Hamburger SV und FC St. Pauli strömten im Bundesliga-Unterhaus mehr Anhänger. „Aber leider sind nicht alle Dynamo-Fans immer friedlich“, gab Jörg Ziolek, der 1. TuS-Vorsitzende, zu bedenken: „Wir werden wohl ein großes Polizeiaufgebot bei dem Spiel haben.“ Im ersten Moment sei die Enttäuschung bei ihm „riesengroß“, gab der Vereinschef zu: „Aber wir nehmen es, wie es kommt.“

Wo soll Hochsicherheitsspiel stattfinden?

Bleibt jedoch noch die schwierige Frage, wo Dassendorf die Sachsen empfängt, zumal die Partie als Hochsicherheitsspiel eingestuft wird. Der eigene Sportplatz am Wendelweg oder ein erneutes Ausweichen nach Bergedorf wie gegen den MSV kommen daher nicht in Betracht. Auch das Millerntor fällt flach. Im Stadion des FC St. Pauli demolierten die Dresdner beim jüngsten Zweitligaduell das Gäste-WC.

Ein zuvor angedachter Umzug an die Lübecker Lohmühle dürfte es ebenfalls nicht geben. Dort spielt in der ersten DFB-Pokalrunde (9. bis 12. August) ausgerechnet St. Pauli. Selbst wenn die Partie an verschiedenen Tagen ausgetragen würde, könnten die rivalisierenden Anhänger bei der An- und Abreise aufeinandertreffen. Inzwischen überlegt die TuS sogar nach Aue oder Zwickau auszuweichen. Diese Fahrt würden sich viele heimische Fans wohl sparen.

Der dritte Hamburger Verein, der HSV, reist zu Drittliga-Aufsteiger Chemnitzer FC.