FUSSBALL

Die Besten der Amateurfußball-Saison 2018/19

Sie sind auf ihrer Position für uns die besten in der vergangenen Spielzeit (v.l.): Sandro Schraub (SV Altengamme, Sturm), Daniel Gläser (Voran Ohe, Abwehr), Sven Möller (TuS Dassendorf, Mittelfeld) und Alen Brandic (VfL Lohbrügge, Tor).

Sie sind auf ihrer Position für uns die besten in der vergangenen Spielzeit (v.l.): Sandro Schraub (SV Altengamme, Sturm), Daniel Gläser (Voran Ohe, Abwehr), Sven Möller (TuS Dassendorf, Mittelfeld) und Alen Brandic (VfL Lohbrügge, Tor).

Foto: Volker Koch / Hanno Bode (3)

Bergedorf. Nach der Saison ziehen wir regelmäßig Bilanz und küren in der Rubrik „Die Besten“ die Gewinner und Verlierer der Fußballsaison.

Bergedorf. Der VfL Lohbrügge ist zwar durch das nachträgliche Relegationsspiel zur Oberliga am Pfingstmontag gegen Union Tornesch (15 Uhr, Lokstedter Steindamm 75) wieder im Einsatz, aber ansonsten befinden sich die Amateur-Fußballer in der verdienten Sommerpause. Es ist die Zeit, für unsere Redaktion Bilanz zu ziehen und Gewinner und Verlierer zu küren. Wie gewohnt tun wir das in unserer Rubrik „Die Besten der Saison“.

Die Mannschaft

Die Mannschaft der Saison ist zum sechsten Mal in Folge die TuS Dassendorf. Diesmal reichte es zwar nicht zur Oberliga-Meisterschaft, dafür wurde in einer für den Verein nicht einfachen Serie mit zwei Trainerwechseln und großem Verletzungspech erneut der Oddset-Pokal gewonnen (2:1 gegen Eintracht Norderstedt).

Der Trainer

Er selbst spricht von sich gerne in der dritten Person. Nach dieser Serie darf Wolfgang Skubsch zurecht sagen: „Der Trainer ist mächtig stolz auf die Mannschaft.“ Sein Team, das ist die B-Jugend des SV Nettelnburg/Allermöhe, führte der 66-jährige Haudegen an der Seitenlinie zum Klassenerhalt in der Regionalliga. Dabei lag der SVNA fast die gesamte Saison „unter dem Strich“. Erst am letzten Spieltag gelang dank akribischer Arbeit die Rettung. Das ist umso bemerkenswerter, weil im ambitionierten Jugendbereich viele Spieler ihre eigenen Interessen über das Gemeinwohl stellen.

Der Abwehrspieler

Hinter Daniel Gläser liegt eine bemerkenswerte Entwicklung. Bei seinen Anfängen bei Voran Ohe kaum landesliga-tauglich steigerte sich der heute 25-Jährige durch Trainingsfleiß in seinem dritten Jahr bei Voran zum Dauerbrenner – keiner spielte häufiger. Inzwischen ist der Rotschopf so souverän im Spielaufbau, dass er rund die Hälfte seiner Partien nicht auf der angestammten Position als linker Verteidiger, sondern in der Innenverteidigung bestritt. Beides löste er derart zufriedenstellend, dass ihm sein Trainer Rainer Seibert sogar den Sprung in die Oberliga zutraut.

Der Mittelfeldspieler

Wie die meisten seiner Teamkollegen bei der TuS Dassendorf konnte auch Sven Möller nicht ganz an die Leistungen aus der Über-Saison 2017/18 (32 Siege in 34 Spielen) anknüpfen. Und dennoch: „Mölli“ ist und bleibt der beste Fußballer im Heimatgebiet. Mit 20 Toren und 12 Vorlagen war er erneut Dreh- und Angelpunkt seines Teams. Und wenn es darauf ankam, war er zur Stelle: siehe sein 1:0-Siegtreffer im Pokal-Halbfinale gegen Victoria. Möller steht zum vierten Mal in Folge in unserem Ranking ganz oben.

Der Stürmer

Auch wenn er 13 seiner 28 Saisontore – mehr hat keiner in der Landesliga Hansa – erst in den letzten beiden Saisonspielen erzielte, hat sich Sandro Schraub beim SV Altengamme zur echten Führungskraft gemausert. Inzwischen trägt er sogar zeitweise die Kapitänsbinde.

Der Aufsteiger

Als es darauf ankam, als alle anderen Stürmer verletzt ausfielen, war auf Timo Lenz Verlass. Auf 14 Oberliga-Tore für den SV Curslack-Neuengamme – viele davon in der entscheidenden Saisonphase – bringt es der 24-jährige Angreifer, der erst vor zwei Jahren den Schritt von der Kreisliga (Lauenburger SV) zum SVCN wagte und in seiner ersten Saison auf gerade mal fünf Treffer gekommen war. Als Mannschaft überzeugend: Das junge Team des SC Wentorf, das überraschend Vierter in der Bezirksliga wurde.

Der Verlierer

In dieser Saison gibt es nicht nur einen Verlierer. Für uns hat der Amateurfußball als Ganzes verloren. Beispiele gibt es zur Genüge: Oberligist Wedel zieht sich trotz Klassenerhalt in die Kreisklasse B zurück, Buxtehude meldet einen Spieltag vor dem Saisonende aus der Landesliga ab und beeinflusst damit entscheidend die Aufstiegsfrage. In der Bezirksliga wurde nur mit 14 anstatt 16 Teams gespielt: der FC Bergedorf 85 und der SVCN II hatten zwar gemeldet, dann aber doch nicht genug Spieler. So darf es nicht weitergehen!

Die Aufholjagd

Hat der Düneberger SV hingelegt. Nach nur sechs Punkten in der Hinrunde kamen weitere 21 in der zweiten Saisonhälfte dazu. Damit schaffte der 1919 gegründete Aufsteiger im Jubiläumsjahr doch noch den Klassenerhalt. Das lag auch daran, weil Trainer Dennis Tornieporth Joscha Behrens von vorne in die Abwehr beorderte.

Das Theater der Saison

Ein paar Sätze im Internet („Brennen für Bergedorf“, „Abschlussfeuerwerk“) reichten aus und die Bezirksliga-Partie zwischen Oststeinbek und dem ASV Bergedorf 85 war für die – von den Klubs alarmierte – Polizei ein „kleines Risikospiel“. 40 Beamte in Kampfmontur rückten an und sorgten für einen unwirklichen Rahmen für ein Amateurspiel.

Die Elf der Saison

Tor: Alen Brandic (VfL Lohbrügge)

Abwehr: Rinik Carolus (TuS Dassendorf), Daniel Gläser (Voran Ohe), Joscha Behrens (Düneberger SV)

Mittelfeld: Youssef Sbou (Oststeinbek), Henrik Dettmann, Sven Möller (beide Dassendorf), Anto Zivkovic (Lohbrügge)

Sturm: Sandro Schraub (Altengamme), Marc Mauersberger (SC Wentorf), Timo Lenz (SVCN)