Fußball-Landesliga

VfL Lohbrügge zwischen Happy End und Tal der Tränen

Rolle rückwärts: Dem VfL Lohbrügge – hier Ersatzkeeper Bünyamin Ekren Bulanik – droht ein weiteres Jahr in der Landesliga.

Rolle rückwärts: Dem VfL Lohbrügge – hier Ersatzkeeper Bünyamin Ekren Bulanik – droht ein weiteres Jahr in der Landesliga.

Foto: Hanno Bode / BGZ/Hanno Bode

Lohbrügge. Der VfL Lohbrügge hat am letzten Spieltag nur noch eine kleine Chance auf den Aufstieg – die aber will er nutzen.

Lohbrügge.  Die Welt vor zehn Jahren: Es ist die Zeit, als Pop-Ikone Michael Jackson stirbt, ein Passagierflugzeug auf dem Hudson River notwassert und ein junger Torwart namens Manuel Neuer sein Debüt in der deutschen Fußball-Nationalelf gibt. Und der Landesligist VfL Lohbrügge unter Trainer Sven Schneppel in die Oberliga aufsteigt.

Stolze 62 Punkte hat das Team um Kapitän Ricardo Nunes damals geholt. Und doch wären sie fast in der Landesliga hängen geblieben wie ein Keeper im Tornetz. Im letzten Saisonspiel beim Bramfelder SV, das sie auf keinen Fall verlieren durften, lagen sie bis in die Nachspielzeit hinein mit 2:3 zurück. Dann schlenzt Marek Smaga in der 94. Minute einen Freistoß in den Winkel – 3:3! Der Rest ist Jubel.

Derby gegen Voran Ohe

Stolze 62 Punkte haben die Lohbrügger auch in dieser Saison geholt. Zum ersten Mal seit damals wieder. Mit einem Sieg am Sonntag im Lokalderby gegen Voran Ohe (15 Uhr, Binnenfeldredder) könnten es sogar 65 Punkte werden. Doch selbst das wäre zu wenig, falls Konkurrent Hamm United sein Heimspiel gegen Düneberg gewinnt (Sonntag, 15 Uhr, Hammer Park). Dann nämlich bleibt die Tür zur Oberliga verschlossen.

Das freilich haben sich die Lohbrügger selbst zuzuschreiben. Mit der 0:2-Niederlage vor einer Woche in Rahlstedt hat der VfL den Relegationsplatz an Hamm verloren. „Vielleicht braucht es einfach große Niederlagen, um Großes zu vollbringen“, philosophiert Elvis Nikolic, der das Team gemeinsam mit Schneppel trainiert. Auf jeden Fall soll nun auch ohne Robert Pallasch (Gelb-Rot-Sperre) und Sandjar Ahmadi (Urlaub) gegen Ohes stark dezimierten Kader ein „Dreier“ her. „Wir haben ja ein gutes Verhältnis zu Ohe, aber die sind im Augenblick unberechenbar und heiß drauf, uns das zu vermasseln“, hat Nikolic großen Respekt vor der Aufgabe.

Abwehrstärkste Team der Liga

Und wenn es nun doch nichts wird mit dem ersten Aufstieg seit zehn Jahren? „Dann war es immer noch eine gute Saison“, ordnet Nikolic die Dinge ein, „keine herausragende, aber eine gute.“ Vor allem die Defensivarbeit hat sich stark verbessert. Die Zahl der Gegentore hat sich gegenüber den Vorjahren halbiert. Mit nur 30 Gegentreffern sind die Lohbrügger in dieser Saison das abwehrstärkste Team der Liga. „Darauf wollen wir aufbauen“, betont Nikolic. Es muss dann ja nicht wieder zehn Jahre bis zur nächsten Aufstiegschance dauern.