Kreisliga-Kolumne

Hochspannung im Kreisliga-Abstiegskampf

Dünebergs Cem David Aslan (links) läuft hinter Aumühles Leonhard Knorr her.

Dünebergs Cem David Aslan (links) läuft hinter Aumühles Leonhard Knorr her.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Bergedorf. Fünf Mannschaften müssen noch um den Klassenerhalt in der Kreisliga zittern. Der FSV Geesthacht kann hingegen den Aufstieg abschreiben.

Wer steigt außer dem FC Lauenburg (14 Punkte) in die Fußball-Kreisklasse ab? Diese Frage beschäftigt in der Kreisliga 3 fünf Spieltage vor Schluss noch fünf Mannschaften. Wobei: Der SV Börnsen II (29) scheint aktuell zu stark, um noch unten reinrutschen. Seitdem Christian Somann Trainer ist, geht’s bergauf. In der Rückrunde waren nur zwei Teams besser. Einen wichtigen Sieg landete der TuS Aumühle-Wohltorf (26) durch das 2:1 beim Düneberger SV II (21). „Das bringt uns aber nichts, wenn wir nicht auch gegen Willinghusen punkten“, betont TuS-Trainer Melih Kavukcu.

Der WSC (24) ist zwar durch den Aumühler Sieg auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, spielt aber außer gegen Börnsen II noch gegen alle Kontrahenten. Problem in Willinghusen: Das Team löst sich nach der Saison auf, die A-Jugend rückt auf, ergo ist die Moral im Keller. „Gefühlt fighten die anderen etwas mehr“, sagt Trainer Maxwell Phelpls (hört ebenfalls auf). Die SV Billstedt-Horn (24) steht nur dank der besseren Tordifferenz über dem Strich. Nächster Gegner ist Dünebergs „Zweite“. „Wir müssen mindestens noch gegen Billstedt-Horn, Willinghusen und Lauenburg gewinnen“, weiß DSV-Coach Carsten Schruhl. Ohne Frage, im Abstiegskampf herrscht Hochspannung.

Der 3:0-Erfolg des FC Lauenburg über den SV Hamwarde dürfte derweil für eine Rettung zu spät gekommen sein. „Wenn ich mich mit den Gegnern unterhalte, höre ich oft, dass sie nicht verstehen, warum wir unten drin stehen“, berichtet Interimstrainer Firat Kocak. Letztlich ist es eine Mischung aus Konditionsmangel und zu wenig Erfahrung. Auf der anderen Seite schimpfte SVH-Trainer Erdinc „Schoko“ Özer: „Im Moment ist es wirklich schwierig. Wenn ein Trainer geht, hat er einfach wenig in der Hand.“ Özer wechselt zur neuen Serie zum ETSV Hamburg.

Für Luka Seidel-Whitelaw (Concordia II) war die Partie gegen den TSV Glinde II das zweite Wiedersehen mit den alten Teamkameraden. Dieses Mal lief es für den 21-Jährigen allerdings wesentlich besser, als im Hinspiel in Glinde. „Damals hat er in der Schlussphase einen Freistoß in die TSV-Mauer geschossen. Daraus haben wir per Konter den Treffer zur 2:3-Niederlage kassiert“, erinnert sich „Cordi“-Coach Reiner Pump. Nun traf Seidel-Whitelaw beim 5:2-Erfolg gegen den TSV gleich doppelt.

Nach der 0:4-Niederlage beim SV Altengamme II kann der FSV Geesthacht den Aufstieg wohl endgültig abhaken. Das beste Rückrundenteam hat nun nur noch den siebtbesten Punktequotienten aller acht Kreisliga-Zweiten. Dass es den in 2019 bis dato verlustpunktfreien FSV in Altengamme erwischte, ist eigentlich keine große Überraschung. Die Vierländer sind nun bereits seit 15 Partien ungeschlagen. Den Geesthachtern haben sie mit einer aggressiven Spielweise (acht Gelbe Karten) den Schneid abgekauft.

Den Klassenerhalt in der Kreisliga 1 hat der SC Vier- und Marschlande III nach dem 3:2 bei Grün-Weiß Harburg noch nicht gefeiert. Doch es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn es den Aufsteiger noch erwischen sollte. Der FC Neuenfelde (acht Punkte) müsste alle seine vier ausstehenden Partien gewinnen und dabei auch 75 Tore aufholen. Darum sagt SCVM-Trainer Oliver Albers: „Ich hätte selbst nicht gedacht, dass wir die Klasse halten würden.“ Schließlich hatte der SCVM vor der Saison aus 3. und 4. Herren ein komplett neues Team geformt.