Fußball-Oberliga

Dassendorfs 1:0-Sieg erhält die Meisterträume

Dassendorfs Kristof Kurczynski wird von Benjamin Bambur (Concordia) attackiert.

Dassendorfs Kristof Kurczynski wird von Benjamin Bambur (Concordia) attackiert.

Foto: Herzog

Dassendorf. Nach dem Sieg gegen Concordia gibt es von Sven Möller eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Dassendorf. Mitten in den österreichischen Alpen ertönte der Jubelschrei. Am Samstagnachmittag etwa gegen 14.30 Uhr. Jan Schönteich, Sportchef des Fußball-Oberligisten TuS Dassendorf und hervorragender Skifahrer, bereitete sich langsam aber sicher auf den Einkehrschwung von den Pisten Söldens vor. Après-Ski war angesagt – und Schönteichs Feierlaune dürfte schlagartig angestiegen sein, als Abteilungsleiter Frank Flatau ihm die frohe Kunde vom Wendelweg mailte: „1:0 durch ,Kutschi’.“ Kristof Kurczynski hatte in der 74. Minute zum 1:0-Endstand gegen Concordia getroffen.

Keeper Böse bleibt viermal Sieger

Ein Spiel, für das niemand seinen Urlaub zwangsläufig hätte abbrechen müssen: Dennoch zog es Ligamanager Alexander Knull (von Fehmarn zurück) und Flatau (erst morgens in Düsseldorf nach Karibikaufenthalt gelandet) sofort zum Sportplatz. Was sie zunächst zu sehen bekamen, war das reizvolle Duell TuS-Stürmer gegen „Cordi“-Torwart, Mattia Maggio gegen Frederic Böse. Viermal tauchte Maggio einschussbereit vor dem gegnerischen Cordi-Kasten auf, viermal blieb Böse, ehemaliger Dassendorfer Torwächter, Sieger (4., 27., 43., 70.). Machtlos war aber auch er bei der entscheidenden Situation, als Kurczynski eine Kurzpass- und Kopfball-Kombination zum Siegtor vollendete (74.). Und noch ein Ex-Dassendorfer fiel auf, allerdings unangenehm: Sascha de la Cuesta sah nach grobem Foulspiel in der Nachspielzeit Rot.

Kein grandioser Kick des amtierenden Doublesiegers, eher einer mir Fragezeichen bezüglich Spielwitz, Esprit und Mannschaftsklima. So verwunderte es, dass TuS-Keeper Christian Gruhne beim Stand von 0:0 verbal heftig gegen seine Mitspieler austeilte, als die ihn zum schnelleren Spielaufbau ermunterten wollten. Referee Michael Ehrenfort (TuRA Harksheide) zeigte dem Torhüter hierfür Gelb (63.). Kapitän Sven Möller hat dafür seine eigene Lesart: „Das war insgesamt keine gute Leistung, aber von der Lautstärke waren wir in Hälfte zwei deutlich präsenter.“

Noch nicht urlaubsreif

Und fürwahr: Das 1:0 erhält die Meisterträume. „Ich bin sehr optimistisch in Bezug auf den Meistertitel, auch wenn jetzt einige grinsen oder lachen. In meinen vier Jahren in Dassendorf erinnere ich mich auch an Meisterschaften, die wir erst am letzten Spieltag geholt haben“, sagt Möller. Das Titelrennen einfach ausklingen zu lassen, kommt auch für Coach Jean-Pierre Richter nicht in Frage: „Unsere Überzeugung, unserer Glaube und unsere Zielsetzung bleiben unverändert.“ Soll heißen: Team und Trainer der TuS Dassendorf sind noch ganz und gar nicht urlaubsreif.
TuS: Gruhne (3); Büchler (2), Aust (2), Lenz (4); Dittrich (3), Dettmann (3) ab 46. Blohm (3-4), Louca (4) ab 69. Hinze (-), R. Carolus (3); Möller (4), Maggio (2-3) ab 89. Saqib (-); Kurczynski (2).