Inline-Skaterhockey

16-jährige Hannah Schulze-Paschen mischt bei den Männern mit

Hannah Schulze-Paschen (16) spielt als Mädchen Inline-Skaterhockey bei den 2. Herren der TSG Bergedorf Lizards.

Hannah Schulze-Paschen (16) spielt als Mädchen Inline-Skaterhockey bei den 2. Herren der TSG Bergedorf Lizards.

Foto: Römer

Bergedorf. Frauenteams sind im ruppigen Inline-Skaterhockey selten. So spielt Hannah Schulze-Paschen für die Landesliga-Herren der TSG Lizards II.

Ballett? Dieser Mädchentraum hatte sich für Hannah Schulze-Paschen schon nach einer Probestunde erledigt. „Das war einfach furchtbar“, erinnert sich die 16-Jährige. Stattdessen geht sie heute dahin, wo es weh tut: Als einzige Frau mischt sie beim Inline-Skaterhockey im Männerteam der TSG Bergedorf Lizards II mit.

Gegenspieler nehmen schon mal Rücksicht

„Hannah wollte das unbedingt. Sie hält hervorragend mit und ist ohnehin nicht zimperlich“, betont ihr Trainer Martin Otto.

Als Verteidigerin baut die 16-Jährige das Spiel des Landesligateams auf und muss auch schon mal einen heranstürmenden Angreifer stoppen. Doch Angst vor ruppigen Zweikämpfen hat sie nicht. Zumal unter den Gegenspielern auch der eine oder andere Gentleman ist. „Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass sie bei mir ein bisschen vorsichtiger sind“, schmunzelt die Nettelnburgerin.

Eine schwere Verletzung gab es noch nie

Auch ihr Vater Robert Schulze-Paschen, der als Betreuer bei den 1. Herren in der 2. Bundesliga fungiert, bleibt ganz gelassen, wenn es um die Verletzungsgefahr geht. „Die ist beim Inline-Skaterhockey geringer als beim Fußball“, ist er überzeugt, „da bin ich an der Bande eher gefährdet.“ Einmal kam ein Ball auf sein Gesicht zugeschossen. Robert Schulze-Paschen riss schützend die Hand hoch, wehrte die Kugel ab und brach sich dabei die Hand. Seine Tochter hingegen hatte noch nie eine schwerere Verletzung.

Die Faszination der schnellen Rollen

Mit acht Jahren kam sie durch das Vorbild eines Schulkameraden zu der rasanten Sportart. „Am Anfang war es das Laufen auf den Inline-Skates, das sie gereizt hat“, erinnert sich ihr Vater. Doch schnell kam die Torejagd hinzu. Von klein auf war es Hannah gewohnt, sich mit den Jungs zu messen, denn Mädchen- und Frauenteams sind in dieser Sportart eine Seltenheit. „Am Inline-Skaterhockey gefällt mir, dass es eine so schnelle, körperbetonte Sportart ist, bei der es egal ist, ob du ein Mädchen oder ein Junge bist“, sagt sie. Als Hannah Schulze-Paschen dann für die U16 zu alt wurde, lag es nahe, neben den Einsätzen in der U19 den Sprung ins Herrenteam zu wagen.

Die Mitschüler finden ihr Hobby „cool“

Bei ihren Mitschülern am Luisen-Gymnasium Bergedorf kann die 16-Jährige, die auch beim winterlichen Eishockeyspiel eine gute Figur macht, mit ihrem Hobby punkten: „Die finden das cool. Aber die wenigsten kennen es.“ Damit sich das künftig ändert, hat Hannah Schulze-Paschen die Übungsleiter-Lizenz gemacht und trägt so zur Popularisierung der Randsportart bei. In der Laufschule bringt sie Anfängern den Umgang mit den schnellen Rollen bei. Außerdem coacht sie die Bambinis (vier bis elf Jahre), die in einer entschärften Form Inline-Skaterhockey spielen – ohne Körperkontakt.