Kreisliga-Kolumne

Nur zehn Spieler: SV Hamwarde als Opfer des Stadtderbys

Daniel Bahr (Düneberg II, r.) geht nach einem Befreiungsschlag von Kirill Weimer Atlantik) mit der Hand zum Ball.

Daniel Bahr (Düneberg II, r.) geht nach einem Befreiungsschlag von Kirill Weimer Atlantik) mit der Hand zum Ball.

Foto: Volker Koch / BGZ -Volker Koch

Bergedorf. Bitter erging es Fußball-Kreisligist Düneberger SV II, der in der Nachspielzeit das Tor zur 0:1-Niederlage gegen Atlantik kassierte.

Personalsorgen: Auch einen Tag nach der 0:5-Pleite bei Concordia II war Erdinc „Schoko“ Özer noch angefressen. „Ich bin echt richtig sauer“, schimpfte der Trainer des Fußball-Kreisligisten SV Hamwarde. Sein Ärger galt denjenigen seiner Kicker, die einen Besuch beim Hamburger Derby der eigenen Partie vorzogen. Folge: Die Hamwarder traten praktisch nur zu zehnt in Wandsbek an. Denn der verletzte Hauke Dähn, der die Nummer elf gewesen wäre, brach seinen Einsatzversuch nach zwei Minuten ab. Zu allem Überfluss verletzte sich Torhüter Matthias Peter bei der ersten Aktion und konnte fortan seinen Arm nicht mehr heben. „Die anderen sollten sich Gedanken machen, ob Mannschaftssport das richtige für sie ist“, polterte Özer.
Mission erfüllt: Nach nur zwei Spielen im neuen Jahr muss erneut Obmann Senol Kocaman beim FC Lauenburg als Trainer einspringen – bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Grund ist der Rücktritt von Jens Grundmann, dem nach Burhan Öztürk und Metin Yavuz dritten Coach dieser Saison. Grundmann hatte das Team für die Restrunde fit gemacht, sich nach dem 3:4 gegen die TSG Bergedorf aber verschiedet. „Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Ich möchte auch nicht mehr dauerhaft in der ersten Reihe stehen“, sagte der 68-Jährige.
Mission geht weiter: Bei der TSG Bergedorf bleibt Trainer Sven Lemke derweil auch in der kommenden Saison in der Verantwortung. Darauf einigte er sich mit dem Vorstand. Sein gleichberechtigter Partner Bernd Helbing-Saß war im Oktober ausgeschieden. Gegen den FC Lauenburg bewies Lemke, dass er ein gutes Händchen hat. Nach einer frühen Verletzung wechselte er Philip Campbell ein, der die Partie mit zwei direkt verwandelten Freistößen in eine andere Richtung lenkte. Die TSG drehte einen 1:3-Rückstand noch in einen 4:3-Erfolg.
Ausgeknockt: Ugur Ergün gesperrt, Jan-Eike Widdrat krank – im Spiel bei Willinghusen (7:3) schlug im Tor des FSV Geesthacht die Stunde von Winterzugang Dennis Lohmeier, der nicht nur als Feldspieler eine passable Rolle abgibt. Lohmeiers erste Aktion war jedoch eine unglückliche: Bei einem Klärungsversuch knockte er seinen Kapitän Torben Krauel aus, der mit einer schweren Gehirnerschütterung nun zwei Wochen Sportverbot hat.
Krankenwagen: Rund zehn Minuten war die Partie zwischen dem SV Börnsen II und dem MSV Hamburg (1:3) in der ersten Hälfte unterbrochen. Börnsens Yannik Bol hatte sich schwer verletzt und kam ins Krankenhaus, wo der zunächst befürchtete Beinbruch ausgeschlossen wurde. Ungewöhnlich: SVB-Torwart Björn Krüger erzielte bei der 1:3-Niederlage den Börnsener Treffer per Foulelfmeter.
System-Umstellung: Ob’s am neuen System mit zwei Stürmern liegt, dass Björn Goslar auf einmal so treffsicher ist? Fakt ist jedenfalls, dass der Spieler der TSG Bergedorf II in zwei Partien der Kreisliga 4, in denen er in vorderster Front agierte, fünf Tore erzielte. Darunter alle drei beim 3:0 gegen den SV Wilhelmsburg II. In allen Partien zuvor war Goslar als offensiver Mittelfeld-Akteur nur auf drei Treffer gekommen.
Platzprobleme: Der Partie des TSV Glinde II bei der SV Billstedt-Horn (2:1) ging bei katastrophalen Platzverhältnissen über die Bühne. TSV-Coach Wolfgang Spethmann nannte den Rasen an der Möllner Landstraße einen „Truppenübungsplatz“. Mit dem Kreiden hatten die Hausherren auch so ihre Probleme. Zweimal zogen sie Linien. Beide Male verweigerte der Referee die Abnahme. Schließlich wurden die Straf- und Fünfmeterräume mit farbigen Hütchen zusätzlich gekennzeichnet.