Geesthacht.

Das Wunder von der Grenzstraße

48. Tischtennis-Sachsenwaldmeisterschaften Gastgeber VfL Geesthacht gewinnt Jugendwertung

Geesthacht.  Seit 43 Jahren ist Diethard Wichmann Tischtennis-Jugendtrainer beim VfL Geesthacht. Wo andere Klubs dieser Größe oft zwei, drei Trainer für den Nachwuchs haben, ist Wichmann Einzelkämpfer. Allein ist der 67-Jährige zuständig für 40 Kinder und Jugendliche in fünf Teams. „So fünf- bis siebenmal pro Woche bin ich schon für die Tischtennis-Abteilung aktiv, alles ehrenamtlich“, schildert er, als wir ihn gestern im Auto auf der Auswärtsfahrt mit der 3. Schülermannschaft erreichen.

So ist der historische Erfolg bei den 48. Tischtennis-Sachsenwaldmeisterschaften auch vor allem Wichmanns Verdienst. Zum ersten Mal seit 22 Jahren hat der VfL-Nachwuchs bei der Großveranstaltung die Jugendwertung gewonnen. Die Gesamtwertung ging zwar gewohnt deutlich mit 460,5 Punkten zu 290 Punkten an die Schwarzenbeker, aber zumindest im Nachwuchsbereich hatten die Geesthachter in heimischer Halle an der Grenzstraße gegenüber dem Landesleistungszentrum mit 185,5 zu 147 Punkten die Nase vorn. Jeder Punkt steht für ein gewonnenes Spiel. Halbe Punkte gibt es dann, wenn zwei Spieler aus verschiedenen Vereinen gemeinsam im Doppel oder Mixed erfolgreich sind.

„Das ist das Wunder von der Grenzstraße“, konnte es Wichmann kaum fassen, den im Klub alle nur „Didi“ nennen. Seit jeher dreht sich bei ihm alles um Tischtennis, seitdem er einst seine Ehefrau Ute beim Tischtennisspielen im VfL Geesthacht kennenlernte.

Und nun also das. Die Geesthachter Gastgeber waren ob des unerwarteten Erfolgs so aus dem Häuschen, dass sie auf der Siegerehrung unter dem Motto „Der Sieger gibt einen aus“ kurzerhand einen kleinen Stand mit Süßigkeiten sowie Getränken mit und ohne Umdrehungen aufbauten. Den Schwarzenbekern gefiel diese Geste so gut, dass TSV-Sportwart Stefan Deutsch anregte: „Das nehmen wir in die Satzung auf.“

So war am Ende alles eitel Sonnenschein. „Das ist super gut gelaufen“, freute sich VfL-Abteilungsleiter und Organisator Tobias Bastian. Sportler aus 23 Vereinen waren dabei. Noch nicht überall herumgesprochen hat sich jedoch das neue System mit dem flexiblen Zeitplan. Der minimiert die Wartezeiten, weil das Mammutturnier keinem vorab festgelegten Spielplan mehr folgt, sondern die Tische entsprechend der Verfügbarkeiten sofort vergeben werden. „Ich habe bei den Vereinen, die nicht teilgenommen haben, nach den Gründen gefragt“, schildert Bastian frustriert, „da hieß es dann: ,Man muss ewig lange warten und kriegt dann auf die Mütze. Darauf habe ich keinen Bock.’ Dabei ist das mit den Wartezeiten schon seit fünf Jahren nicht mehr so. Im Gegenteil: Ich hatte sogar Spieler, die sich scherzhaft beklagt haben, sie hätten zu wenig Pause gehabt.“

Im kommenden Jahr werden die Sachsenwaldmeisterschaften wieder in Schwarzenbek stattfinden. Für die Jubiläums-Ausgabe im 50. Jahr ist eine Kooperation zwischen TSV und VfL im Gespräch.

48. Sachsenwald-Meisterschaften, Gesamtwertung:
1. TSV Schwarzenbek 460,5 Punkte
2. VfL Geesthacht 290,0 Punkte
3. VfL Börnsen 171,0 Punkte
4. ESV Büchen 131,0 Punkte
5. TSG Bergedorf 95,5 Punkte
Jugendwertung:
1. VfL Geesthacht 185,5 Punkte
2. TSV Schwarzenbek 147,0 Punkte
3. TSG Bergedorf 80,5 Punkte
4. TSV Trittau 62,5 Punkte
5. ESV Büchen 18,0 Punkte