Bergedorf/Hausbruch.

13-Jährige mischen Szene auf

Darts  Bergedorfer Nachwuchs überragt bei Endrunde im Norden

Bergedorf/Hausbruch. Nur in einem Punkt lag Ole Blohm völlig daneben. Lediglich einen Platz unter den Top 16 traute sich der Landesliga-Darter des ASV Bergedorf 85 im Vorfeld der norddeutschen Meisterschaften in Hausbruch zu. „Die Konkurrenz ist groß, viele klangvolle Namen sind hier“, stapelte der 18-Jährige vor den Herren-Einzeln tief. Und auch seinem Vereinskollegen, dem 13-jährigen Luca Wolter, sprach Blohm in der Juniorenklasse den Sprung nach ganz oben ab: „Er ist 13, andere 16 oder 17 Jahre alt. Platz eins dürfte schwer werden.“

Wie sich Hamburgs Juniorenmeister des vergangenen Jahres täuschen sollte. Luca, 2018 bereits zweitbester Darter auf Landesebene hinter Blohm, kürte sich im Landhaus Jägerhof zum norddeutschen Meister. Besser noch: Es war ein reines ASV-Finale, in dem auch Jean Luc Tolg (13) als Vizemeister für Furore sorgte.

„Eine Mega-Leistung der Jungs, ein großartiger Erfolg für unsere Dartabteilung“, kommentierte Spartenleiter Randolph König das stolze Ergebnis: „Der ASV setzt auch in diesem Jahr weiter Zeichen.“

Wolter und Tolg lieferten sich ein hochspannendes Endspiel im Feld der 16 Teilnehmer. Beide marschierten ungeschlagen durch die Gruppenphase, bis sie im K.o.-Duell aufeinandertrafen. Jean Luc bezwang Luca im Entscheidungsspiel („Decider“) mit 3:2.

Der eigentliche Favorit konnte sich anschließend über die Trostrunde fürs Finale qualifizieren. Dort schenkten sich beide erneut nichts. Jean Luc lag im Best-of-Five-Modus zwar 2:0 vorn, bekam dann aber Nervenflattern. Luca drehte die Partie (3:2). Weil er sich aber über die Trostrunde qualifiziert hatte, musste er anders als Jean Luc zwei Spiele gewinnen. Und wieder siegte er nach Rückstand mit 3:2.

Am Vortag hatte Jean Luc sogar sein Debüt bei den Senioren auf Turnierebene gegeben, als er mit zwei Gruppensiegen und einer Niederlage die erste K.o.-Runde im Feld der 173 Herren erreichte. „Das hat in rund 20 Jahren norddeutscher Meisterschaft noch kein Spieler in diesem Alter geschafft“, jubelte König.

Ole Blohm zitterten nachAchtelfinalerfolg die Hände

Bis ins Viertelfinale ging es für Ole Blohm, der in zwölf Stunden Spielzeit ein Wellenbad der Gefühle erlebte. „Eigentlich habe ich schlecht gespielt“, war der bis dato ungeschlagene Zwölftklässler unzufrieden. Nach seinem Achtelfinalsieg (3:2) gegen den mehrmaligen deutschen Mannschaftsmeister Torsten Wöhlk (40, Vegesack Bremen) zitterten ihm die Hände. Am Ende wurde es im Einzel wie im Doppel (mit Lars Meyer/Eilbek) der fünfte Platz. „Das Halbfinale hätte ich jetzt doch gerne erreicht. Ich habe die Doppelfelder nicht getroffen“, ärgerte sich Blohm, „aber immerhin bin ich treffsicherer, als im Ergebnisse tippen.“