Fünfhausen.

Der Trainer fällt durchs Raster

SCVM-Turnier  SVA-Coach fehlt Trikot, um mitzuspielen – Auswahlteam verteidigt Titel

Fünfhausen.  Hallenbuffer, die Stutzen bis unter die Knie gezogen, Sporthose, blauer SVA-Pullover: Jörn Geffert, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Altengamme, war beim Hallenturnier des SC Vier- und Marschlande einsatzbereit und wärmte sich auch mit seinen Spielern in der Halle am Durchdeich auf. Dass der 51-Jährige beim 5. Team-Sped-Cup letztlich dennoch in seiner gewohnten Rolle an der Linie agierte, lag nur daran, dass seit dem Turnier in Schwarzenbek kurz vor Weihnachten ein Trikot im Koffer fehlte und Geffert deshalb durchs Raster fiel. „Das haben die Jungs clever gemacht“, spaßte der Übungsleiter, der sein Team aber gewohnt leidenschaftlich coachte.

Ansehnlichen Offensivfußball spielten die technisch eher limitiert veranlagten Altengammer aber nur selten. Allerdings konnten sie sich auf ihren Torwart Matthias Schwartz verlassen, der später zu Recht zum besten Keeper des Turniers gewählt wurde. Mit gerade einmal zwei Gegentreffern in drei Partien über 15 Minuten marschierte der SVA zum Gruppensieg. Im Semifinale schieden sie dann aber gegen die Dribbler von Ligakonkurrent SV Nettelnburg/Allermöhe aus (2:3).

Bevor der SVNA im Finale auf die Auswahlmannschaft von Peter Stut traf, kam es im Spiel um Platz drei nach Einigung mit dem ETSV Hamburg direkt zum Neunmeterschießen – und damit endlich auch zu Gefferts großer Stunde. Ohne Trikot lief der frühere Viertliga-Spieler des Barsbütteler SV in seinem Vereinspullover an und hämmerte den Ball weit über das Tor. Da auch der zweite SVA-Schütze Philipp Zeyns vergab und beide „Eisenbahner“ trafen, musste sich der Landesligist mit Platz vier begnügen. „Im Training lege ich ihnen die Bälle reihenweise in den Winkel. Da habe ich kläglich versagt“, räumte Geffert ein.

Souveräner präsentierte sich da das Auswahlteam, das mit bekannten Namen wie Witalij Wilhelm, Marvin Schalitz (beide SV Curslack-Neuengamme), Ex-Nationalspieler Christian Rahn oder auch Dennis Tornieporth aufwartete. Letzterer war im gesamten Turnierverlauf blass geblieben, um dann im Finale richtig aufzudrehen. Auf sein erstes Traumtor zur 1:0-Führung gegen den SVNA setzte der Ex-Profi und Trainer des Düneberger SV mit einem 25-Meter-Schuss zum 3:1-Endstand noch einen drauf.

„Man muss wissen, wann man loslegt“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Dank des 36-Jährigen konnten die Auswahl-Kicker ihre Titelverteidigung mit dem Wanderpokal, dröhnenden Schlager-Klassikern und reichlich Kaltgetränken bis tief in die Vierländer Nacht gebührend feiern. SVA-Trainer Jörn Geffert hatte sich zu diesem Zeitpunkt allerdings schon lange aus der Halle verabschiedet. Wohl auch, um dem Spott seiner Spieler zu entkommen.

Beide Teams des Gastgebers waren bereits in der Vorrunde ausgeschieden.