Handball

Elbdiven und VfL: Szenen einer Ehe

Lauenburg/Geesthacht.  Nur 31 Tage hielt 1996 die Ehe zwischen Verona Feldbusch und Dieter Bohlen. Immerhin knapp dreimal so lange, nämlich 92 Tage vom 18. August (Saisonvorbereitung) bis zum 17. November (der 15:25-Niederlage gegen Sülfeld) hielten es die Handballerinnen der Lauenburger SV und vom VfL Geesthacht miteinander aus.

Wobei: „Ehe“ wäre hier vielleicht das falsche Wort. Es war eher eine aus beiderseitiger Personalnot geborene Verlobung der beiden Erzrivalen, die im kommenden Jahr in einer Ehe – sprich: Spielgemeinschaft – hätte münden sollen. Doch nach dem Sülfeld-Spiel entschieden sich die Lauenburgerinnen, künftig wieder allein auflaufen zu wollen. Sie warfen den meisten Geesthachterinnen vor, nicht die richtige Einstellung mitzubringen und sich nicht mit dem Elbdiven zu identifizieren.

„Man hätte uns mehr Zeit geben sollen“, bedauert LSV-Trainer Carsten Mah­necke diese Entscheidung auch zwei Monate später noch, „aber Frauen haben manchmal Pro­bleme, bei denen du sagst: ,Hä? Da bin ich noch nie drauf gekommen!’ Dafür haben sie andere Qualitäten. Doch sie brauchen Harmonie.“

Die gab es im Kader jedoch nie. „In den Spielen hat dadurch die Konzentration aufs Wesentliche gefehlt“, analysiert Mahnecke. Fünf Niederlagen in sieben Partien waren die Folge. Seit der „Scheidung“ läuft es deutlich besser. „Es war wie eine Befreiung“, atmet Mahnecke auf. Bohlen und Feldbusch dürften das Gefühl kennen.