Lauenburger SV

Au Backe! Wie der Harztopf den Abstiegskampf entscheidet

Alina Stapelfeldt nimmt Maß bei einem Siebenmeter.

Alina Stapelfeldt nimmt Maß bei einem Siebenmeter.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

Lauenburg. Die Handballerinnen der Lauenburger SV kamen zu einem 28:27-Erfolg bei der SG Oeversee/Jarplund-Weding.

Lauenburg.  Die ganze Partie über hatte Alina Stapelfeldt eine Fahrkarte nach der anderen geworfen. Früher hätte sich die Rückraumspielerin des Handball-Schleswig-Holstein-Ligisten Lauenburger SV davon verunsichern lassen. Doch in ihren vier Jahren bei den Elbdiven ist die 21-Jährige gereift. Und so nahm Stapelfeldt gut zwei Minuten vor Schluss erneut einen Wurf – dieses Mal mit Erfolg. Ihr Treffer zum 27:24 war die Vorentscheidung im Auswärtsspiel bei der SG Oeversee/Jarplund-Weding. Einen von Suelin Demir souverän verwandelten Siebenmeter später hatten die Lauenburgerinnen mit 28:27 gewonnen und damit zwei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf eingeheimst.

Mit zwei Siegen im Mittelfeld

„Abstiegskampf? Da sehe ich uns eigentlich gar nicht“, sagte LSV-Coach Carsten Mahnecke hinterher selbstbewusst. Schließlich stehen die Elbdiven jetzt als Viertletzer bei drei Absteigern mit drei Punkten Vorsprung knapp über dem Strich. Zudem haben sie zwei Partien weniger ausgetragen. Gewinnen sie diese, wäre die LSV bereits im Mittelfeld angekommen. „Ich sehe uns nicht in Gefahr geraten, weil die Mannschaft einfach die nötige Qualität hat“, bekräftigt Mahnecke. Vor allem im Tor, wo Lena Gansor-Kaatz mal wieder eine Klassepartie zeigte und die Gastgeberinnen mit einer ganzen Reihe an großartigen Paraden entnervte. „Sie hat schon einen besonderen Ruf in dieser Liga“, lobte Mahnecke.

Nach dem Spiel der Griff zu den Schwämmen

Entgegen kam den Elbdiven auch, dass mit „Backe“ gespielt wurde, obwohl in der Oeverseer Eekboomhalle an der dänischen Grenze eigentlich ein absolutes Haftmittelverbot herrscht. „Möglich ist das nur, weil die Oeverseer Spielerinnen nach jeder Partie zu den Schwämmen greifen und die Halle wieder sauber machen“, lobt Mahnecke die Einstellung des Gegners.

Teams ohne „Backe“ sind im Vorteil

Der Fluch der guten Tat: Die Spielerinnen von der SG Oeversee/Jarplund-Weding finden sich nun über die Jahreswende auf einem Abstiegsplatz wieder, während Konkurrenten wie die SG Dithmarschen Süd oder der Wellingdorfer TV sich im gesicherten Bereich befinden. Sie nämlich bestehen bei ihren Heimspielen auf dem Haftmittelverbot und haben dadurch Vorteile. So gewann Dithmarschen Süd ohne „Backe“ bislang vier seiner fünf Heimspiele, darunter auch das gegen die Elbdiven (16:13). Es war für die Lauenburgerinnen übrigens die lausigste Torquote seit Oktober 2017, als sie einmal mit 12:27 unter die Räder kamen. Und dreimal dürfen Sie nun raten, wo das war: Natürlich bei der SG Dithmarschen Süd!

„Alle Handballer sind sich eigentlich einig, dass es Mist ist, ohne Backe zu spielen. Ab der 3. Liga ist es sogar vorgeschrieben, dass das erlaubt sein muss“, betont Mahnecke und ist froh, dass in Lauenburg in den Harztopf gegriffen werden darf. Im Gegenzug lässt der Verein zweimal im Jahr auf eigene Kosten die Halle reinigen.
LSV-Tore: Demir (9/3), Krajewsjki (6), Knakowski, Böge (je 5), Reimers (2), A. Stapelfeldt (1).