Nettelnburg.

„Alarmstufe Rot“ in Sachen Klassenerhalt

B-Junioren  SVNA geht als Drittletzter in die Winterpause

Nettelnburg.  Mit einer realistischen Selbsteinschätzung ist das so eine Sache. Bei den
B-Junioren-Fußballern des SV Nettelnburg/Allermöhe träumen immer noch einige Spieler, wie Trainer Wolfgang Skubsch zu berichten weiß, von einer Karriere als Profi. Dabei sind die Chancen darauf verschwindend gering.

Der SVNA überwintert in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, der Regionalliga, nach einer 1:2-Heimniederlage gegen den Eimsbütteler TV (SVNA-Tor Stylianos Michailoglou) auf dem drittletzten Platz. Laut einer Auswertung der „ARD-Radio-Recherche Sport“ haben es in den vergangenen acht Jahren aber nur 3,5 Prozent der Jugendlichen aus den Nachwuchsteams der aktuellen Profiklubs (!) in eine der fünf europäischen Topligen (England, Spanien, Italien, Deutschland, Frankreich) geschafft – in Zahlen 198 von 5736. Wohlgemerkt: Alleine aus Hamburg sind in der Altersklasse der Nettelnburger (Jahrgang 2002) vier Mannschaften besser platziert.

„Einer meiner Spieler überlegt, im Winter trotzdem zu einem Staffelkonkurrenten wechseln, weil der andere Verein vier Mal pro Woche trainiert und wir nur drei Mal. Dabei schafft er es bei uns noch nicht einmal auf eine Trainingsbeteiligung von 100 Prozent“, stellt Skubsch nüchtern fest. Andere Spieler wiederum würden auch schon mal ganz aufhören, weil sie beim erfahrenen Jugendtrainer ihrer Meinung nach zu wenig eingesetzt werden.

Wenn sich Skubsch nicht mit Problemen wie diesen herumschlagen muss, versucht er beim SVNA, den Abstieg aus der Regionalliga zu verhindern. „Es herrscht Alarmstufe Rot, auch wenn es nicht hoffnungslos ist“, sagt Skubsch, der bei den Nettelnburgern mit dem 1995er-Jahrgang erstmals in die Regionalliga aufgestiegen war.

Wahrscheinlich fünf Teams steigen ab. „Wir werden alles in die Waagschale werfen, noch mehr in Kleingruppen trainieren“, sagt Skubsch, der angesichts der hohen Ambitionen seiner Spieler zumindest ein gutes Argument vorbringen kann. „Ich sage meinen Spielern immer: Wer will schon jemanden von einem Absteiger haben?“
SVNA: Azi; Kaya, Modler (65. Winterfeld), Osei, Michailoglou (71. Zargaran); Clausen, Schott; Abd El Aal Ali, Abbas, Niedwetzki; Gebers.