FUSSBALL

SC Vier- und Marschlande: Viel Ärger um Licht und Lärm

Ochsenwerder. Der Streit um die Nutzung des Sportplatzes Elversweg zwischen dem SCVM und zwei Nachbarn hat neue Nahrung erhalten.

Für den SC Vier- und Marschlande, der mit 1000 Mitgliedern die größte Fußballabteilung des Heimatgebiets stellt, ist es einer von zwei Plätzen, die ganzjährig zum Trainings- und Spielbetrieb genutzt werden können. Zwei Anwohner fühlen sich derweil in ihrer Ruhe gestört.

Der Anlass

„Es darf nicht sein, dass Menschenleben gefährdet werden, nur weil zwei Anlieger sich gestört fühlen, die auch noch in ihr Domizil zogen, obwohl sie genau wussten, dass hier eine Sportanlage besteht. Es ist an der Zeit, dass die Behörden und auch der Senat reagieren“, fordert SCVM-Fußballabteilungsleiter Siegfried Niemand.

Zuvor war am vergangenen Freitag ein Spieler der Panteras Negras bei einem Seniorenspiel beim SCVM bewusstlos mit einem Herzstillstand zusammengebrochen (wir berichteten). Jan Riecken, ein zufällig anwesender Ersthelfer, übernahm die Versorgung bis zum Eintreffen des Notarzts. Just als der die Anlage erreichte, schaltete sich das Flutlicht über eine Zeitschaltuhr aus. Die Behandlung musste in völliger Dunkelheit fortgeführt werden. Ein Unding, wie Siegfried Niemand findet.

Die Hintergründe

2011 erhielt der alte Grandplatz einen Kunstrasenbelag. Danach stieg die Nutzung der Anlage schlagartig an, und damit wuchsen auch die Probleme. Trainierten zuvor nur eine Handvoll Mannschaften am Elversweg und fanden am Wochenende nur ein paar Punktspiele statt, ist der Platz nun bis zum Limit ausgereizt. Rund 20 Teams nutzten aktuell den Platz.

Die Folgen

„Jeden Wochentag von 16.30 Uhr bis nach Mitternacht herrscht immer Betrieb. Kofferraum auf, Kofferraum zu, Tür auf, Tür zu. Der Fahrzeugverkehr ist sehr störend“, sagt Joachim Milinovic, der mit seiner Frau Bettina seit vielen Jahren im ehemaligen Polizeiposten in der kleinen Stichstraße wohnt, die vom Elversweg zum Sportplatz und Vereinsheim führt. Beim Bezirksamt erwirkte er, dass das Vereinshaus bis 22 Uhr verlassen werden muss. „Es wird sich aber nicht daran gehalten“, sagt Milinovic. Eine andere Anwohnerin, die direkt am Platz wohnt, bestand darauf, dass das Flutlicht um 21 Uhr ausgeschaltet wird.

Das sagt das Bezirksamt

„Mit der Ausschaltung des Flutlichts setzen wir nur eine hamburgweite Regelung um“, sagt Lena Stich, stellvertretende Sprecherin des Bezirksamt Bergedorf.

Das sagt die Politik

„Es gibt geltende Rechtsprechungen und Interessenabwägungen, die manchmal der Mehrheit missfallen“, sagt Lars Dietrich (CDU), Vorsitzender des Sport- und Bildungsausschusses in Bergedorf. „Aber wenn man an einem Sportplatz wohnt, halte ich es für moralisch verwerflich, sich später zu beschweren.“

Das wünscht sich der Verein

„Wir haben schon auf Vereinskosten einen Plattenweg gelegt, damit nicht alle Eltern zum Vereinsheim fahren müssen und alle Teams sensibilisiert. Unser Auftrag ist es aber, den Menschen Sport anbieten zu können“, sagt Niemand. Aktuell lässt sich das Flutlicht übrigens manuell nicht wieder einschalten. Die Quarzlampen müssen ohnehin erst abkühlen. Abhilfe würden hier nur LED-Strahler bringen.

Glück im Unglück hatte der Spieler der Panteras Negras. Er liegt zwar noch im Krankenhaus, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. Bei seinem Ersthelfer Jan Riecken hat er sich bereits für dessen Einsatz bedankt.