Bergedorf.

Der TSG Bergedorf den Stecker gezogen

Vierte Pleite in Folge72:76 gegen Westerstede

Bergedorf. Als Marvin Steinberg nach fünf Minuten zwei Gegenspieler stehen ließ, zum Korbleger ansetzte und locker traf, strahlte Björn Fock vor Zufriedenheit. Der Basketball-Trainer der TSG Bergedorf hatte vor dem Spiel von seiner Mannschaft im Kellerduell der 1. Regionalliga gegen die TSG Westerstede Aggressivität gefordert. Und das Team schien ihm zugehört zu haben. Nach fünf Minuten führten die Gastgeber mit 12:0. Die TSG stand unter Strom.

Doch dann erzielte Sandro Artunovic die ersten Punkte für die Gäste, und in der Halle wurde es zum ersten Mal für einen Moment lang still. So als ob jemand den Stecker gezogen hätte. Dieser war dann in der Folge auch in der kompletten TSG-Defensive gezogen, die nicht mehr die richtige Spannung fand. „Wir haben nicht mehr die einfachen Sachen gemacht. In der Verteidigung aushelfen und wieder zurück zum Mann. Da fehlt uns die Handlungsschnelligkeit“, sagte Björn Fock nach dem 72:76, der bereits vierten Niederlage in Folge.

Dabei waren die Voraussetzungen für einen Sieg ideal. Denn die Gäste traten nur mit sechs Spielern an. Während der Coach Fock rotierte und alle elf verfügbaren Spieler auf die Platte schickte, hockte Anfang des zweiten Viertels Westerstede-Kapitän Franjo Borchers allein auf der Bank. Nach Luft hechelnd und mit schweißgebadetem Gesicht beobachtete er wie Steffen Kiese und Markus Timm auf TSG-Seiten nach einer Verschnaufpause wieder frisch zurück auf das Spielfeld kamen.

Borchers indes konnte sich nur kurz ausruhen, ehe er wieder ran musste. Und wie er das tat! In seiner Pause hat er offenbar den eigenen Stromschalter umgelegt und brachte Westerstede mit sechs Dreiern in sechs Minuten auf die Siegerstraße (46:47). Damit war der Rückstand aus der Anfangsphase „abgeknabbert“. Die erste Führung eine Minute später (50:49, 24.) gaben die Gäste nicht mehr ab.

Sie zeigten nun das, was Björn Fock eigentlich von seiner Mannschaft sehen wollte: Aggressivität. „Wenn du gegen eine Sechs-Mann-Rotation spielst, dann musst du aggressiv sein und Fouls ziehen, damit der Gegner Foulprobleme bekommt. Das haben wir nicht getan“, sagte der Coach.

Am Ende hatten die Bergedorfer Westerstede nur elf Fouls anhängen können. Keiner der Gäste-Spieler musste somit in puncto Aggressivität im Laufe der Partie zurückstecken. Auch einen konditionellen Vorteil hatten die Bergedorfer nicht. „Wir trainieren nicht intensiv genug. Kein Wunder, dass uns die Aggressivität fehlt“, monierte ein enttäuschter Fock.
TSG-Punkte: Timm (18), Kiese (11), Kolnisko (9), Bunde (8), Steinberg (7), Jentz, Lütjens (je 6), Simon (4), Facchini (3).