Dassendorf.

Ein schmutziger Derbysieg

Oberliga TuS Dassendorf schlägt SV Curslack-Neuengamme 1:0 – Sven Möller trifft

Dassendorf.  Kurz nach dem Wiederanpfiff des Oberliga-Derbys gegen den SV Curslack-Neuengamme humpelten die langzeitverletzten Dassendorfer Fußballer Finn Thomas und Joe Warmbier (beide Kreuzbandriss) hinter die Werbebande neben dem Gäste-Tor. Obgleich sie den Auftritt ihrer TuS in Abschnitt eins als „echt schlecht“ einstuften, waren sie sich sicher, von ihrem neuen Zuschauerplatz die Entscheidung der hartumkämpften Partie aus der Nähe mitverfolgen zu können. „Eine Chance kriegen wir noch“, sagte Thomas, der dem SVCN bis dahin attestierte, „heißer zu sein“. Und tatsächlich sollten die beiden Rekonvaleszenten Recht behalten. In der 74. Minute traf Sven Möller vor ihren Augen zum 1:0-Erfolg des Meisters.

„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, sangen die Dassendorfer nach dem Abpfiff. Sie wiederholten den Schlachtruf genau zweimal. Zu großer Euphorie verleitete der vierte Sieg in Serie den Double-Gewinner nicht. Zu durchwachsen war sein Auftritt gewesen. Zudem hatte die Begegnung viel Kraft gekostet. Denn anders als in nahezu allen anderen bisherigen Heimspielen war die TuS auf einen Kontrahenten getroffen, der sich nicht schüchtern in der eigenen Hälfte versteckte, sondern sehr hoch stand und spielerische Lösungen gegen das Überteam der vergangenen Jahre fand.

„Die erste Halbzeit waren wir schwach. Aber man muss dem Gegner auch ein Kompliment machen, sie haben es wirklich gut gemacht“, resümierte Dassendorfs Fußball-Abteilungsleiter Frank Flatau treffend. „Leider haben wir uns nicht belohnt“, klagte derweil Curslacks Coach Matthias Wulff. Seine Elf rannte und ackerte im ersten Abschnitt, als gäbe es kein Morgen. Das war faszinierend. Doch viele unter den 224 Zuschauern am Wendelweg dürfte zur Halbzeit das Gefühl beschlichen haben, dass die Vierländer ihrem hohen Aufwand noch würden Tribut zollen müssen. Mit einer Führung im Rücken wäre für sie in den zweiten 45 Minuten gewiss vieles leichter gewesen. Doch Timo Lenz (5.), Till Witmütz (11.), Jan-Hendrik Bannasch (25./Pfosten) sowie Tom Bober (32.) hatten beste Möglichkeiten liegen gelassen. Die TuS fand derweil offensiv vor der Pause eigentlich gar nicht statt.

Nach dem Seitenwechsel gewannen die Hausherren dann aber zunehmend an Ballsicherheit. Sie agierten jetzt zügiger und entschlossener, bissen sich jedoch an der sattelfesten SVCN-Verteidigung die Zähne aus. Ein gewonnener Zweikampf an der Grundlinie von Mattia Maggio gegen Patrik Papke ebnete ihnen schließlich den Weg zum Sieg. Der Angreifer passte zurück auf Sven Möller, der den Ball ins linke Eck schoß (74.).

Bald darauf jubelte die TuS ein weiteres Mal, als Marcel von Walsleben-Schied am langen Pfosten zur Stelle war, bereits jubelnd abdrehte und schließlich von Referee Luca Jürgens (Eintracht Norderstedt) zurückgepfiffen wurde: Abseits (79.). Der Ex-Profi war darüber so sauer, dass er nach seiner kurz darauf erfolgten Auswechslung ein Hütchen wegkickte und dafür auf der Bank Gelb-Rot sah (80.). Von Relevanz war das alles letztlich nicht mehr: Der Meister brachte den „schmutzigen Sieg“ (Coach Elard Ostermann) über die Zeit. Und Thomas freute sich, die richtige Platzwahl getroffen zu haben. „Ich kenne doch meine Pappenheimer“, witzelte der verletzte Leistungsträger.
TuS: Gruhne (3); Lenz (3), Karikari (2), Carolus (3); Dettmann (3), Aust (4) ab 46. Hinze (3-4), Möller (2), Nägele (3-4) ab 62. Kurczynski (-), Dittrich (2-3), von Walsleben-Schied (3) ab 80. Büchler (-); Maggio (2).
SVCN: Babuschkin (2); Brudler (3), Papke (2), Spiewak (2), Keklikci (3) ab 75. Schalitz (-); Bannasch (3), Wilhelm (2-3), Witmütz (3) ab 66. Kerschke (-), Bober (3) ab 66. Mokhlis (-), Radic (2-3); Lenz (3).