Bergedorf

Weil wir nur diese eine Erde haben

Mit Plastik gegen Plastik-Müll Sportvereine können wiederverwendbare Trinkflaschen gewinnen

Bergedorf.  Rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jedes Jahr in die Weltmeere. Wird nichts unternommen, könnte schon im Jahr 2050 mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen schwimmen.

Ein alarmierendes Pro­blem, das schon durch kleine Veränderungen in unseren Gewohnheiten abgeschwächt werden kann. Zum Beispiel im Sport: Eine wiederverwendbare Trinkflasche ersetzt zwei Einweg-Flaschen pro Woche, also etwa 100 Flaschen im Jahr. Eine Überlegung, die die Umweltstiftung „Rüm Hart“ (Friesisch: „weites Herz“) des Hamburgers Dirk Janssen dazu bewogen hat, dieses Thema unter dem Motto „because it’s our only planet“ („weil wir nur diese eine Erde haben“) in den Vereinen stärker bewusst zu machen. „Rüm Hart“ lobt mit Unterstützung des Hamburger Sportbunds insgesamt 20x100 wiederverwendbare Trinkflaschen für Vereine aus, die sich noch bis Ende November möglichst kreativ darum bewerben können. „Das kann mit einem Foto, Text oder kurzen Video sein. Alles ist möglich“, betont Janssen. Näheres zum Gewinnspiel findet sich auf der Facebookseite der Stiftung unter folgender Adresse: https://www.facebook.com/Because-its-our-only-Planet-468267216998460/

Die wiederverwendbaren Flaschen sind ebenfalls aus Kunststoff. „Das mag sich widersinnig anhören, mit Plastik gegen Plastik-Müll zu kämpfen“, gibt der 49-Jährige zu, „aber Glasflaschen sind im Sport, gerade bei Kindern, ungeeignet, Aluflaschen gelten als gesundheitlich bedenklich, und Edelstahl-Flaschen sind nicht nur teuer, sondern haben bei der Herstellung auch eine schlechte Ökobilanz.“

So sei die wiederverwendbare Plastikflasche das kleinste Übel, auch wenn sie aus hygienischen Gründen vielleicht nur ein Jahr lang verwendet wird (siehe Kasten). „In diesem Jahr ersetzen 2000 nachfüllbare Flaschen 200.000 Einwegflaschen“, rechnet Janssen vor, „aneinandergereiht ergibt sich eine Kette von 42 Kilometern Länge, ein kompletter Marathonlauf an Plastikflaschen, die dann nicht in den Weltmeeren landen.“

Eine Einweg-Plastikflasche besteht nur zu 28 Prozent aus recyceltem Plastik, zu 72 Prozent hingegen aus Kunststoff auf Erdöl-Basis. Ohnehin sei es eine Illusion zu glauben, das Problem ließe sich allein über Recycling lösen, betont Janssen: „Der Großteil unseres Plastikmülls wird in Asien recycelt und landet dort aufgrund fehlender Sammelsysteme irgendwann im Meer.“

In der Forschung umstritten ist, inwieweit wiederverwendbare Plastikflaschen der Gesundheit durch Substanzen schaden, die aus dem Plastik ins Getränk übergehen. Es gibt sich widersprechende Studien hinsichtlich des Ausmaßes dieses Problems. Das Bundesinstitut für Risikobewertung kam bei seinen Versuchen jedoch zu dem Schluss, dass es „beim Vergleich zwischen Mineralwässern aus PET-Flaschen und aus Glasflaschen keine Unterschiede“ gebe.