Bergedorf

Erfahrung schlägt Bundesliga-Nachwuchs

Basketball TSG Bergedorf mit 90:79-Auftaktsieg beim SC Rasta Vechta – 29 Punkte von Steffen Kiese

Bergedorf.  Parkettboden, schicke Umkleiden, eine Anzeigetafel mit individuellen Statistiken, dazu „super Körbe“, wie Trainer Björn Fock die Zielobjekte beschrieb. Die Basketballer der TSG Bergedorf gastierten zum Auftakt in der 1. Regionalliga beim SC Rasta Vechta. In der Bundesliga-Halle „Rasta Dome“, wo sonst 2500 Zuschauer frenetisch Deutschlands besten Basketballern zujubeln, liefen nun die TSG-Basketballer gegen die zweite Mannschaft der Niedersachsen auf und siegten vor rund 100 Zuschauern verdient mit 90:79.

Erfahrung bezwingt Bundesliga-Nachwuchs. „Dass Vechta ein junges Team hat, wussten wir“, sagte Fock. Das wollte der 27-jährige Coach nutzen. In seinem Kader stehen mehrere Akteure mit geballter Zweitliga-Erfahrung. Allen voran Neuzugang Steffen Kiese, der gegen Vechta mit 29 Punkten überragte. Der 30-jährige Aufbauspieler kam im Sommer von Rist Wedel (2. Liga, Pro B). „Dem gibst du den Ball, und der kann immer scoren. Ich bin sehr froh, dass wir ihn dazugewonnen haben“, freute sich Fock.

Beachtlich ist zudem, dass die TSG trotz des Ausfalls von Top-Spieler Will Barnes – der US-Amerikaner hatte sich im Testspiel gegen den Walddörfer SV verletzt – den Auftakt ihrer zweiten Saison in der vierthöchsten Spielklasse gewinnen konnte. Erfreulich ist zudem, dass Neuzugang Max Hilger, der vom Erstligisten Basket Racing Club Luxembourg kommt und in Hamburg studiert, seit Montag in der Stadt ist. „Wir wollen ihn schnell integrieren, da kommt uns das spielfreie Wochenende natürlich gelegen“, schaut Coach Fock bereits voraus.

Doch auch der Rest des Kaders, der abgesehen von wenigen aber dafür qualitativ guten Neuzugängen unverändert ist, zeigte in Vechta eine beachtliche Leistung. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (18:19) zeigten die Gäste einen bärenstarken zweiten Abschnitt, erzielten in diesem 36 Punkte (Halbzeitstand 54:42). Allein Joscha Kolnisko voll­endete in den zweiten zehn Minuten jeden seiner drei Dreierversuche erfolgreich. In den Vierteln drei (71:62) und vier konnte Vechta den Rückstand auf maximal acht Punkte reduzieren, die TSG hatte aber immer eine Antwort parat.

Als „gallisches Dorf in der 1. Regionalliga“ beschreiben sie sich selbst bei der TSG Bergedorf. Geringe finanzielle Mittel, keine vergleichbaren Rahmenbedingungen. „Wir gleichen das mit unserer Erfahrung aus“, betont Fock. Das Ziel ist erst einmal der frühe Klassenerhalt, der Rest hänge von der Tagesform ab. Und die war gegen Rasta Vechta schon einmal perfekt. So darf es weitergehen!
TSG-Punkte: Kiese (29), Steinberg (15), Kolnisko (12), Jentz (10), Timm (6), L. Fock, Lütjens, Simon (je 4), Bunde, Facchini (je 3).