KREISLGA-KOLUMNE

TSG Bergedorf: Den Kater mit drei Punkten bekämpft

Voller Körpereinsatz: Peer Fränzel (TSG, rechts) im Duell mit Hamwardes Alexander Tippl.

Voller Körpereinsatz: Peer Fränzel (TSG, rechts) im Duell mit Hamwardes Alexander Tippl.

Foto: Thomas Rokos / Thomas Rokos / BGZ

In unserer Kreisliga-Kolumne geht es heute um Oktoberfest-Nachwehen, Türkisch für Anfänger, einen unglücklichen Sieger und vieles mehr.

Oktoberfest-Nachwehen: Normalerweise trägt der SV Hamwarde seine Heimspiele in der Fußball-Kreisliga immer sonntags aus. Also legte Gegner TSG Bergedorf seinen Mannschaftsabend auf dem Bergedorfer Oktoberfest wohlweislich auf einen Freitag. Doch da hatte die TSG die Rechnung ohne die Hamwarder gemacht, die die Partie wegen einer Hochzeitsfeier ausnahmsweise auf Sonnabend vorverlegten. Folge: Mit kleinen Augen und zum Teil dicken Köpfen trafen sich die Bergedorfer erst zum „Männer-Frühstück“ und putzten dann den SVH mit 3:1 weg. Schon nach einer halben Stunde stand es 3:0. „70 Minuten war es richtig gut, dann waren wir platt“, sagte TSG-Trainer Sven Lemke.

Türkisch für Anfänger:
Die Anweisungen an seine Mannschaft auf Türkisch vom Spielfeldrand hereinzurufen, ist ein Vorteil, den Trainer Idris Gümüsdere gern nutzt. Doch in der Partie seines FSV Geesthacht gegen die TSV Reinbek war er mit Rüdiger Neuhaus an den Falschen geraten. „Ich habe 1992 den SC Europa mitgegründet und so die Sprache gelernt. Daher konnte ich meinen Spielern sofort jede Anweisung übersetzen“, sagte TSV-Coach Neuhaus. Ob’s daran lag, dass die Reinbeker überraschend mit 1:0 die Oberhand behielten?

Tausche Punkte gegen Gesundheit:
Durch ein souveränes 3:1 im Spitzenspiel gegen Aufsteiger Concordia II hat Atlantik 97 nach Punkten zu den zweitplatzierten Gästen aufgeschlossen. Den Sieg haben die Neuallermöher jedoch teuer erkauft. Nach 54 Minuten schied ihr Mittelfeldlenker Sergej Jeriomenko mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus. „Er ist ganz wichtig für unsere Mannschaft. Auf und außerhalb des Platzes. Ich würde auf die drei Punkte verzichten, wenn ich es ungeschehen machen könnte“, sagte Atlantiks Coach Gianfranco Ganguzza.

Befreit aufgespielt:
Im zweiten Spiel unter der Regie von Trainer Melih Kavukcu feierte der TuS Aumühle-Wohltorf beim 2:1 über Billstedt-Horn den ersten Sieg nach zuvor sechs Pleiten. „Das war ein Sieg für die Moral und den Kopf“, sagte Kavukcu, der festgestellt hat, „dass die Köpfe der Spieler nach dem Trainerwechsel langsam frei werden.“

Zuckerbrot statt Peitsche:
„Die Spieler brauchen Zuneigung. Senol (Interimscoach und Obmann Senol Kocaman, die Red.) hat zuviel geschimpft“, hat Metin Yavuz, der neue Coach von Schlusslicht FC Lauenburg, festgestellt. Mit dieser Marschroute fährt Yavuz gut. Nach dem Sieg über Aumühle gab’s nun ein spätes, aber verdientes 3:3 beim SV Altengamme II. „Wenn wir so weiterspielen, kommen wir unten raus“, sagt Yavuz.

Schockmoment:
Nach vier Pleiten in der Kreisliga 1 in Folge lag der SC Vier- und Marschlande III (Platz 13) bei Kurdistan Welat auf der Siegerstraße, ehe ein Schockmoment den Aufsteiger aus dem Tritt brachte. Unmittelbar nachdem die Hausherren auf 1:2 verkürzt hatten, bekam Patrik Voß einen Schlag auf den Kehlkopf und kam mit Atem- und Schluckbeschwerden ins Krankenhaus. Als es mit zehn Minuten Verzögerung weiterging, fiel in der letzten Minute (90.+11) doch noch der Ausgleich. Trotzdem war Co-Trainer Michael Voß erleichtert: „Der Punkt nimmt den Druck von der Mannschaft.“ Und seinem Sohn Patrik geht es inzwischen auch wieder besser.