Düneberg.

Jammern auf hohem Niveau

Im Schongang Voran Ohe gewinnt beim Düneberger SV mit 2:0 – Straftraining für die Hausherren

Düneberg.  Normalerweise hätten die Fußballer des Düneberger SV am heutigen Montag trainingsfrei gehabt. Doch anstatt die Füße hochzulegen, heißt es nach dem schwachen Auftritt in der Landesliga gegen Voran Ohe: schwitzen, laufen, sprinten. „Wer so berauschend spielt, darf sich noch einmal zeigen“, sagte der etatmäßige Abwehrchef und Co-Trainer Marcel Jeremias, dem der gefrustete Coach Dennis Tornieporth die Analyse nach der 0:2-Niederlage überlassen hatte. „Stand jetzt reicht es bei einigen nicht für die Landesliga.“

Ohne die verletzte Innenverteidigung (Tjark Schuchhardt, Jeremias) sowie ohne Sturm – Dominik Schindler (verhindert), Jonas Behrens (Bänderdehnung) – muss der Aufsteiger schon jedes Mal über sich hinauswachsen, wenn es zu Zählbarem reichen soll. Wenn nicht, so wie gegen Ohe, bleiben die Offensivbemühungen überschaubar.

In jeder Halbzeit brachte der DSV nur jeweils einen abgefälschten Schuss in Richtung Voran-Gehäuse zustande. Für wenigstens ein bisschen Spannung sorgte Gäste-Schlussmann Michel Thomä, der einmal einen harmlosen Ball nach vorn prallen ließ (48.) und einmal unter einer Flanke hindurchsegelte (80.). Doch beim ersten Mal bügelte Thomä seinen Patzer wieder aus, beim zweiten Mal verhinderte die vielbeinige Voran-Abwehr einen Torabschluss.

Hätten die Oher mit einer 1:0-Führung im Rücken und einigen verpassten Großchancen nicht in den Verwaltungsmodus geschaltet, es hätte für die Hausherren ein bitterer Nachmittag werden können. Zunächst zeigten die Oher aber, was es braucht, um in der Landesliga zu bestehen. Bei Ballgewinn ging es in höchstem Tempo überfallartig nach vorn. Nach einer dieser Angriffe – Marco Braesen hatte traumhaft abgelegt – rannte Tarec Blohm frei aufs DSV-Tor und traf eiskalt zum 1:0 (21.). Zu schnell für Düneberg ging es auch in Minute 24, doch Robin Woost zielte knapp vorbei. Auch Blohm (35.) und Braesen (36.) vergaben beste Gelegenheiten, ehe es lange ereignislos blieb.

So dauerte es bis zur 83. Minute, bevor der Oher-Sieg „eingetütet“ war. DSV-Keeper Pascal Treichel schoss Phillip Lang an, dieser legte für Woost auf, der nur ins leere Tor schießen musste (2:0, 83.). Anschließend sah Marvin Blöh die Rote Karte (Notbremse, 88.), den folgenden Freistoß donnerte Woost an die Latte. „Das war ein schlechtes Spiel von uns, aber das ist Jammern auf hohem Niveau“, schloss Ohes-Coach Rainer Seibert. Solche Sorgen hätten die Düneberger auch gern.
DSV: Treichel (4); Müller (5) ab 70. Wöhl (-), Hansen (4), Pauels (3-4), Blöh (4-5); Özcerkes (3), Ketschojan (5); Ullmann (4), Bektas (4-5), Elgh­rari (4-5); Scharnberg (4).
Ohe: Thomä (4); Schenkenberg (2-3), Kaufmann (2-3), Sandig (2) ab 67. Walek (-), Gläser (3); Pflug (3), Schröder (2-3); Blohm (3), Woost (2-3), Andersson (3) ab 63. Gassmann (-); Braesen (3) ab 73. Lang (-).