Nettelnburg.

SVNA-Trainer: „Einige gehen über Leichen“

B-Junioren Mustafa Akgül verärgert

Nettelnburg.  Es schien alles zu laufen. Ein mehr als beachtlicher siebter Platz mit Tuchfühlung zu den oberen Plätzen stand nach der Regionalliga-Hinrunde für die B-Junioren des SV Nettelnburg/Allermöhe auf der Habenseite. Hinzu kamen Erfolge in der Halle mit dem Erreichen der norddeutschen Meisterschaft im Futsal. Alles also frei nach dem Motto: „Friede, Freude, Eierkuchen“.

Doch zwei Spieltage vor Schluss ist die Stimmungslage bei den SVNA-Nachwuchsfußballern eine ganz andere. Nach der deutlichen 0:5-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg II (Halbzeit 0:1), der sich mit dem Sieg vorzeitig den Meistertitel sicher konnte, beträgt der Abstand auf die Abstiegsränge nur noch zwei mickrige Punkte. Bei zwei ausstehenden Partien, darunter gegen den Tabellenzweiten Werder Bremen, steht das Team von Trainer Mustafa Akgül gehörig unter Druck.

„Ich habe hier keine Mannschaft mehr. In der Hinrunde haben wir für uns gespielt, seit der Rückrunde spielt jeder nur noch für sich. Jeder einzelne verfolgt individuelle Ziele“, schimpft der Übungsleiter, der sich aktuell in den Prüfungen für die Trainer-B-Lizenz befindet. Einige Spieler weckten mit den Leistungen der Hinrunde Begehrlichkeiten bei größeren Vereinen und haben nun Flausen im Kopf. „Einige gehen dabei über Leichen, machen sich untereinander fertig. Und nur, weil sie denken, dass sie aufgrund der Angebote was Besseres sind. Die Mannschaft hat keinen Charakter mehr“, betont ein sichtlich enttäuschter Übungsleiter.

Die negative Stimmung ist rund um das Team spürbar. Von außen gibt es keinerlei positive Motivation mehr und auf dem Platz ist von einer geschlossenen Mannschaftsleistung nichts zu sehen. Diese Stimmung ist auch auf den Trainer persönlich übergeschwappt. „Meine Motivation ist deutlich geringer geworden“, erklärt der Coach, der aus heutiger Sicht nicht sagen kann, ob er in der kommenden Saison noch als Trainer beim SVNA tätig sein wird.

Zunächst aber geht es für die Nettelnburger einzig und allein um den Klassenerhalt. Und das nach einer Saison, die so vielversprechend begonnen hatte.

Torfolge: 0:1 Luis-Gabriel Hein (22.), 0:2, 0:3, 0:4 Arbnor Abazaj (45., 51., 55.), 0:5 Marcel Beifus (68.).
SVNA: Gelzer; Klasen, Altun, Seidel, Voigtländer (74. Baybarz); Gerber, Schmidt; Öztürk (60. Pawlikowski), Fane, Rönnau (60. Karschau); Akkus.