Aumühle

Aumühler Aufholjagd nicht belohnt

Handball-Oberliga 22:30-Niederlage für den TuS – Verletzung überschattet Partie

Aumühle.  Es waren bedrückende Momente in der Heinrich-Willers-Halle zu Aumühle. Bereits seit über 20 Minuten lag Marvin Hölk, Kreisläufer des Handball-Oberligisten HSG Weddingstedt/Hennstedt/Delve, auf dem Rücken auf dem Parkett. Um ihn herum saßen Trainer und Betreuer des Teams, während sich die Spieler des gastgebenden TuS Aumühle-Wohltorf sowie der Gäste versuchten, bestmöglich warmzuhalten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit traf endlich der herbeigerufene Rettungswagen ein. Zwei Sanitäter kümmerten sich um Hölk, der sich in einem Zweikampf einen offenen Fingerbruch an der rechten Hand zugezogen hatte. Als er erstversorgt war und gestützt von den Einsatzkräften den „Fuchsbau“ verließ, brandete warmer Applaus von den Rängen auf. Alle Anwesenden waren nach den vielen Minuten des Bangens um den Gesundheitszustand des Kreisläufers erleichtert, dass dieser noch einigermaßen glimpflich davongekommen war.

Die Verletzung Hölks überschattete eine umkämpfte, aber nur sehr selten unfaire Begegnung, in der die Hausherren am Ende mit 22:30 (8:18) den Kürzeren zogen. Der Klassenerhalt gerät für den Aufsteiger nach der neuerlichen Pleite so langsam in weite Ferne. Und mit einer Leistung wie im ersten Abschnitt ist er schlichtweg utopisch.

Denn in den ersten 30 Minuten enttäuschte das Team von Trainer Holger Nielsen auf ganzer Linie, besaß kein Oberliga-Format. Im Angriff mangelte es Aumühle einmal mehr in dieser Serie an Lösungen. Hinzu kam ein wenig Pech mit Lattentreffern. Lediglich acht Tore im ersten Durchgang waren dennoch eine inakzeptable Ausbeute. Und auch in der Deckung griffen die Hausherren – anders als der Gast – nicht entschlossen genug zu. „Die Arme, die Arme“, forderte Nielsen. Seine Spieler schienen aber Blei in selbigen zu haben, sodass die HSG zu vielen freien Würfen kam.

Bei einem Zehn-Tore-Rückstand zur Pause (8:18) schien die Entscheidung bereits vor Beginn des zweiten Abschnitts gefallen zu sein. Zumal die Körpersprache der TuS-Akteure vor dem Seitenwechsel nichts Gutes hatte verheißen lassen. Dann aber zeigten die Gastgeber ihr anderes Gesicht. Dank ihres starken Rückhalts Jonah Born, der in Hälfte zwei für den glücklosen Florian Dettmann zwischen den Pfosten stand, gewann die Abwehr nun an Stabilität. Und in Ballbesitz war die Nielsen-Equipe jetzt viel zielstrebiger. „Da geht noch was!“, rief ein Fan, nachdem Erik Hahn per Tempogegenstoß das 16:20 erzielt hatte (44.). Als der Rückstand kurz darauf nach Toren von Tom Dippert sowie Lennard Thomsen sogar auf 18:20 zusammenschmolzen war (46.), nahm das Aumühler Handball-Wunder Konturen an. Zwei vermeidbare Gegentreffer sowie die dann beim 18:22 folgende Verletzungsunterbrechung brachten den TuS aber völlig aus dem Rhythmus. Nach der Wiederaufnahme des Spiels hatten die Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen, sodass am Ende eine etwas zu hohe Niederlage für sie zu Buche schlug.
TuS-Tore: Hahn, Ehmcke, E. Schlüter (je 4), Kröpke, Schellenberg (je 3), Dippert, Karzek, Hoth, Thomsen (je 1).