Lauenburg.

Durch die Hasenberg-Hölle gegangen

Furiose Elbdiven Lauenburger SV siegt 35:26 – Debakel für den bisherigen Tabellenzweiten Alt Duvenstedt

Lauenburg.  Als Kaya Manthey das letzte Tor der Elbdiven erzielt, sitzt keiner der knapp 250 Zuschauer in der Hasenberg-Halle mehr auf seinem Platz. Rhythmisches Klatschen und „Hey, Hey“-Anfeuerungsrufe sind derart laut, dass nun auch der letzte Ahnungslose weiß, warum die Lauenburger SV ihre Heimstätte „Hasenberg-Hölle“ nennt. Die Gäste vom TSV Alt Duvenstedt sind durch diese Hölle gegangen. Der bisherige Tabellenzweite der Schleswig-Holstein-Liga fährt mit einer 26:35-Packung nach Hause. Den „Eulen“, wie sie sich nennen, ist zum Heulen zumute. Sie haben den zweiten Platz an die Elbdiven verloren.

Vier Tore zum Sieg steuerte Manthey bei. Aber war da nicht was? „Die ist im Urlaub“, hatte LSV-Trainer Carsten Mahnecke im Vorfeld verkündet, dabei aber nicht das Engagement seiner Kreisläuferin bedacht. Die hatte ihren Skiurlaub in Saalbach-Hinterglemm (Österreich) nämlich vorzeitig abgebrochen, nur um für die „Diven“ spielen zu können. „Die Elbdiven liegen mir einfach am Herzen. Wir sind die Nacht durchgefahren. Von 6 bis 12 Uhr habe ich dann noch kurz geschlafen“, erzählte Manthey, der man die Strapazen aber nicht anmerkte.

„Was Kaya für einen Aufwand für uns betreibt, ist enorm“, lobte auch Mitspielerin Lena Mehrkens, die mit 13 Toren erfolgreichste Werferin der LSV. „Als sie in Dänemark gearbeitet hat, ist sie immer zu unseren Spielen gefahren. Jetzt studiert sie in Göttingen und kommt trotzdem immer.“

Dieser Einsatz, dieser Zusammenhalt war dem ganzen Team im Spitzenspiel anzumerken. Und das mit dünnem Personal (nur zwei Ersatzspielerinnen). Als die früh angeschlagene Sarah Lemmermann eine Verschnaufpause benötigte, machte die dafür gekommene Alina Stapelfeldt ihre Sache derart gut, dass Trainer Mahnecke bis zum Schluss gar nicht mehr wechselte. „Es lief ja“, so sein trockener Kommentar.

Bis zum 7:7 hielten die „Eulen“ mit. Dann ereilte sie erneut „Der Fluch von Lauenburg“, wie sie auf ihrer Facebookseite im Hinblick auf die 16:35-Vorjahrespleite schrieben. Diesmal waren es zwar zehn Tore Differenz weniger, an der Chancenlosigkeit änderte das aber nichts.

Zur Pause führte Lauenburg 16:11, nach 37 Minuten bereits 23:13. Bis zum 35:26-Endstand betrug der Vorsprung immer mindestens acht Tore. Ausschlaggebend dafür war einmal mehr die starke Abwehr, die die hochgelobte TSV-Spielerin Madita Jeß bei vier Toren hielt. „Duvenstedt wusste gar nicht mehr, was sie machen sollten“, sagte Mahnecke. Als er das sagte, war Manthey übrigens gar nicht mehr in der Halle. Sie musste schnell weiter. Für die Elbdiven hatte sie auch den Anfang einer Familienfeier verpasst.
LSV-Tore: Mehrkens (13/7), Reimers (9), A. Stapelfeldt (5), Manthey (4), S. Stapelfeldt (3), Lemmermann (1).