Schwarzenbek.

Von frischem Wind und kaltem Tee

47. Sachsenwaldmeisterschaften  Neuerungen bei Tischtennis-Traditionsturnier kommen gut an

Schwarzenbek.  Da saß er nun auf der Tribüne in seinem blauen Trainingsanzug und blickte erschöpft durch die Halle. Doch aus dem Strahlen kam Tim Jensen nicht mehr heraus. „Es war richtig toll, dass ich die Gruppenphase überstanden habe. Ich konnte sehr viele Erfahrungen sammeln“, freute sich der Tischtennisspieler des TSV Schwarzenbek.

Bei der 47. Auflage der Sachsenwaldmeisterschaften (SWM) erreichte der 14-Jährige in der höchsten Leistungsklasse A als Jüngster das Viertelfinale – und das auch noch bei seinem SWM-Debüt. Erst im Viertelfinale war für Tim nach einer 1:3-Niederlage gegen den ehemaligen Zweitligaspieler Rafael Schulz vom VfL Geesthacht Schluss.

Am ersten Teil des traditionsreichen Turniers, das der TSV Schwarzenbek als Titelverteidiger und Dauersieger bereits zum 17. Mal ausrichtet, nahmen in den Erwachsenenkonkurrenzen insgesamt rund 250 Spieler aus knapp 20 Vereinen teil.

Weil die Zahlen seit Jahren rückläufig sind (2017 noch 280), wurde erstmals mit neuer Technik kurz vor Spielbeginn gelost. Damit kann flexibel auf Zurückziehungen reagiert werden. „Wir haben positive Rückmeldungen erhalten“, bilanzierte TSV-Abteilungsleiter Wolfgang Weber.

Allerdings mussten sich die Spieler daran erst einmal gewöhnen. „Nach meinem ersten Spiel habe ich mir einen Tee geholt, doch plötzlich wurde ich schon wieder ausgerufen und musste spielen“, erklärte Weber, der am ersten Tag in der Klasse B selbst gespielt hatte. Nach der Partie war der Tee dann kalt.

Auch dass die Leistungsklassen A und B sowie C und D nun an verschiedenen Tagen ausgetragen werden, soll die Teilnehmerfelder wieder vergrößern. Doppelstarts sind nämlich erlaubt. Das führte allerdings zu einigen kuriosen Resultaten. So gewann Katrin Zube vom ESV Büchen zwar die Einzel-Konkurrenz in der C-Klasse, verlor aber in der schwächeren D-Klasse gegen Sarah Kaden (VfL Grünhof-Tesperhude), die ihrerseits nicht in C gemeldet hatte.

Für Tim Jensen indes war der Start in der schwächeren B-Konkurrenz ein sehr erfolgreicher. Er gewann das Einzel-Finale gegen Robert Bränzel in 3:0-Sätzen. Es war nur einer von diversen Titeln für den TSV, der die Gesamtwertung mit großem Vorsprung anführt (siehe Ergebnisse).

Obwohl Youngster Tim in Buchholz in der Nordheide wohnt und erst seit Sommer 2017 für den TSV spielt, steht der Name Jensen für Verbundenheit zum TSV Schwarzenbek. Großvater Andreas Jensen war jahrelang Abteilungsleiter, Papa Sascha spielte erfolgreich in der Jugend. Und Oma Regina Jensen wohnt nur drei Minuten von der Halle Buschkoppel entfernt. Diesen Vorteil nutzt der Enkel regelmäßig aus.

Freitags fährt der 14-Jährige nach der Schule von Buchholz zum Training nach Schwarzenbek, schläft bei der Großmutter, um am nächsten Morgen wieder an der Platte zu stehen. Im Schnitt trainiert Tim sechs Tage in der Woche, nur mittwochs ist frei. „Tischtennis ist ein großer Teil meines Lebens. Ansonsten treffe ich mich gerne mit Freunden und schaue Fußball“, erklärt der HSV-Fan.

Am 10./11. Februar werden die Sachsenwaldmeisterschaften mit den Junioren- und Senioren-Wettbewerben in der Buschkoppel fortgesetzt.