Kreisliga-Kolumne

Elfmeter absichtlich danebengeschossen

Bergedorfs Stephan Funk (rechts) gewinnt das Kopfballduell gegen Joshua Matthes

Bergedorfs Stephan Funk (rechts) gewinnt das Kopfballduell gegen Joshua Matthes

Foto: Volker Koch

Norman Leßmann vom ASV Bergedorf beweist Fairplay, und der FC Lauenburg kündigt einen Einspruch an – unsere Kreisliga-Kolumne.

Eingebrochen: Eine Halbzeit lang tat sich der ASV Bergedorf 85 gegen die TSV Reinbek schwer. Der Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga 3 scheiterte mehrfach an Niklas Koep­cke, dem überragenden Torwart des Aufsteigers, und lag zur Pause folgerichtig in Rückstand. Nach dem Wechsel aber verließ die Gäste das Glück. Großer Unglücksrabe: der ebenfalls starke Verteidiger Hendrik Lewandowsky. Zunächst prallte eine Faustabwehr des TSV-Keepers von Lewandowskys Brust ins eigene Tor. Nur vier Minuten später musste er mit einer Verletzung am Schultereckgelenk ins Krankenhaus. Anschließend waren die Reinbeker von der Rolle, kassierten fünf Treffer in 13 Minuten und verloren am Ende mit 1:7.


„85“ und die Elfmeter: Der ASV Bergedorf traf gegen Reinbek zwar letztlich sieben Mal, vom Punkt aus aber in zwei Versuchen gar nicht. Den ersten Strafstoß durfte Pascal Röner treten, der einzige Feldspieler ohne Saisontor. Doch beim Stand von 4:1 scheiterte er an TSV-Schlussmann Koepcke. Erst der Nachschuss von Stephan Funk war drin. Den zweiten Elfer schoss Norman Leßmann absichtlich daneben. Grund: Beim Angriff, der zum Strafstoß führte, hatte Maikel Perz (TSV) einen Ellenbogen abbekommen. Der Schiedsrichter ließ weiterlaufen. „Das war eine faire Geste von Norman“, sagte TSV-Trainer Rüdiger Neuhaus. Damit könnte Leßmann ein aussichtsreicher Kandidat für die Fair-Play-Geste des Monats des Hamburger Fußball-Verbands sein.


Einspruch gegen Frustbewältigung? Nach dem 1:8 gegen den ASV Bergedorf in der Vorwoche bekam der FC Lauenburg den ganzen Frust des TSV Glinde II ab – Endstand: 8:1. Marcel Griem traf gleich viermal. Ob die Freude über die drei Punkte aber lange anhält? Der FCL will wegen eines Regelverstoßes des Schiedsrichters Protest einlegen. Warum erklärt Obmann Senol Kocaman: „Furkan Kocaman ist alleine aufs Tor gelaufen. Dann hat deren Torwart mit der Hand außerhalb des Strafraums die Chance vereitelt. Der Schiri hat ihm dafür Gelb gezeigt. Das ist falsch. Wenn er was zeigt, muss es Rot sein.“ Unterstützung für diese These gibt es von Günther Adermann, Schiedsrichter-Obmann im Bezirk Bergedorf. „Wenn eine klare Torchance verhindert wird, müsste es meiner Einschätzung nach in der Tat Rot geben“, sagte Adermann. TSV-Trainer Wolfgang Spethmann fehlen die Worte: „Da lache ich mich tot. Erstens war das keine klare Chance, und zweitens stand es 5:1 für uns.“


Mit der halben „Ersten“: Zwischen dem Bekanntwerden, dass das 1. Herrenspiel des SV Börnsen (Bezirksliga) ausfallen würde und dem Treffpunkt der „Zweiten“ vor dem Nachbarschaftsduell beim Escheburger SV, lagen gerade mal 20 Minuten. Dennoch erklärte sich ein halbes Dutzend Liga-Akteure bereit, den Unterbau im Abstiegsduell zu unterstützen. Derart verstärkt kam der SVB II zu einem ungefährdeten 3:0 und liegt nun vier Punkte vor dem Mitaufsteiger und zwei Zähler vor dem ersten Abstiegsplatz. „Das hätte jeder so gemacht. Wir hätten sowieso nur ein zusammengeschustertes Team gehabt“, verteidigte sich SVB-Trainer Oliver Steffens.


Spielgelbild: Drei Siege zum Start und dann elf Pleiten – so lief die Hinrunde für den VfL Lohbrügge II. In der Rückrunde macht das Team genauso weiter: Sieg gegen den FC Lauenburg, und nun auch gegen Aumühle. Der Rest scheint also vorgezeichnet, oder Trainer Sascha Barck? „Einspruch! Wir haben gegen Lauenburg zweimal 3:2 gewonnen, gegen Aumühle aber nun 4:1. Im Hinspiel war’s ein 2:0.“ Na, wenn das so ist . . .