Kreisliga-kolumne

Von klaren Siegen und Abschiedstränen

Geesthachts Musa Sahin (weißes Trikot) kommt an Maximilian Grünberg (rechts) und Revin Köksal nicht vorbei.

Geesthachts Musa Sahin (weißes Trikot) kommt an Maximilian Grünberg (rechts) und Revin Köksal nicht vorbei.

Foto: Maurice Herzog / Herzog

Der Oststeinbeker SV dominiert das Spitzenspiel gegen den FSV Geesthacht. Im Tabellenkeller gibt es hingegen einen Wechsel.

Volle Bude: 115 zahlende Zuschauer plus diverse Dauerkarteninhaber – das Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga 3 zwischen dem Oststeinbeker SV und dem FSV Geesthacht lockte in Summe 150 Schaulustige an den Meessen. Darunter auch Abordnungen des ASV Bergedorf 85 und vom MSV Hamburg, den Konkurrenten im Vierkampf um den Aufstieg. Sie alle sahen eine einseitige Partie, der OSV bestimmte das Geschehen nach Belieben. Mann des Tages – wie bereits häufiger in dieser Serie – war Maximilian Kochsiek. Der Stürmer (19 Saisontore) erzielte beim 3:1 alle OSV-Treffer. „Wir haben es verpasst dagegenzuhalten. Aber wir geben nicht auf“, sagte FSV-Trainer Idris Gümüsdere, dessen Team zwar erstmals nach elf Partien verlor, aber schon zehn Punkte hinter Spitzenreiter ASV Bergedorf liegt.

Volle Tränendrüse: Die verheißungsvolle Karriere von Patrick Koßatz war geprägt von schweren Knieverletzungen. Seit gut zwei Jahren kickt der heute 31-Jährige, der schon zu alten Oberliga-Zeiten für den ASV Bergedorf 85 auflief, nach langer Pause zwar wieder an den Sander Tannen, doch nun ist endgültig Schluss. Im Testspiel gegen Billstedt-Horn riss sich der Stürmer zum dritten Mal das Kreuzband. Der Abschied verlief hochemotional. In der Partie gegen den FC Lauenburg (6:0) liefen alle ASV-Spieler mit Koßatz’ Nummer 14 sowie dem Spruch „Mach es gut, Paddy!!“ auf. In der 14. Minute wurde zudem ein Spruchband zu seinen Ehren entrollt und – wie passend – in dieser Minute fiel auch das 1:0. Zuvor hatte sich Koßatz mit den Worten „Bitte, steigt für mich auf“ vom Team verabschiedet.

Volle Punktzahl: Auch das beste Auswärtsteam der Kreisliga 4, der MSV Hamburg II, seines Zeichens immerhin Tabellenführer, konnte den SV Börnsen III am Hamfelderedder nicht stoppen. Der Aufsteiger gewann auch seine achte Partie an der eigenen „Hamfield­road“ (Endstand 3:0) und ist starker Fünfter. Auswärts läuft es dagegen andersherum (ein Sieg, sechs Niederlagen).

Weniger ist mehr: Bereits die dritte Heimpleite kassierte der traditionell so heimstarke SV Altengamme II. Gegen den SV Hamwarde setzte es ein deutliches 1:5. „Ich habe schon einen Antrag gestellt, immer nur noch zu zehnt spielen zu dürfen“, scherzte SVA-Trainer Frank Graf. Hintergrund: Die letzten beiden Siege (bei der LSV und gegen Aumühle) holten die Vierländer in Unterzahl.

Panik pur: Wenn der Sepp-Herberger-Spruch („Ein Spiel dauert 90 Minuten“) nicht wäre, dann hätte der TSV Glinde II in dieser Saison schon sechs Zähler mehr auf dem Konto. Bereits zum vierten Mal kassierte der TSV in der 90. Minute oder später einen Gegentreffer. Zweimal kostete das einen Sieg, zweimal ein Unentschieden. Auch gegen Atlantik 97 stand es trotz drückender Überlegenheit am Ende „nur“ 2:2, weil Atlantiks Maksim Zakharov in der Nachspielzeit traf. „Wenn die letzten Minuten anbrechen, herrscht bei uns Panik pur“, ist Trainer Wolfgang Spethmann verzweifelt.

Laterne abgegeben: Auch ohne ehemalige Leistungsträger wie Daniel Otremba (ist bei Oststeinbek im Gespräch), Roman Ganz, Samim Rasminda oder Dieter Woronow, die den TuS Aumühle-Wohltorf nach dem Wechsel auf der Trainerbank verlassen haben, konnten die „Füchse“ die Rote Laterne nach einem 4:1 bei Düneberg II abgeben. Neuer Letzter ist der VfL Lohbrügge II, der nach drei Auftaktsiegen inzwischen elfmal hintereinander verlor (zuletzt 2:4 bei der Lauenburger SV). „Ihr seid Schuld“, scherzte VfL-Coach Sascha Barck. Hintergrund: In unserem Sonderheft „Anstoß“ haben wir den VfL auf Platz 16 getippt. Wenn das mal kein Ansporn ist . . .