Kreisligakolumne

Von jungen Wilden und starken Jokern

Geesthachts Timo Lübbers (Mitte) überspringt Torben Dethof (SV Hamwarde).

Geesthachts Timo Lübbers (Mitte) überspringt Torben Dethof (SV Hamwarde).

Foto: Volker Koch

Der FSV Geesthacht gewinnt das Lokalderby gegen Hamwarde. „Elster“ Florian Heinze trifft derweil viermal – unsere Kreisligakolumne.

Schnellstes Tor: Zwischen dem Oststeinbeker SV und dem SV Börnsen II waren in der Fußball-Kreisliga 3 keine zehn Sekunden gespielt, da lagen die Börnsener bereits 0:1 hinten. Wohlgemerkt: Die Gäste hatten Anstoß! Doch der dritte Pass war ein kapitaler Bock. Hellwach zeigte sich OSV-Youngster Nicklas Frers (18), der nach dem Führungstreffer auch noch das 2:0 nachlegte. Der gleichaltrige Maximilian Kochsiek traf beim 6:0-Sieg sogar dreifach. „Wir sind fleißig. Die Mischung stimmt, und es herrscht trotz einer gewissen Lockerheit immer der nötige Ernst“, lobt OSV-Coach Simon Gottschling. Tristesse dagegen in Börnsen: Sowohl die „Zweite“ als auch die „Erste“ (Bezirksliga) sind in ihrer Liga jeweils Letzter.

Bester Joker: Taktisch hat Florian Heinze noch etwas Nachholbedarf. „Den kannst du nur einwechseln“, sagt etwa sein Trainer vom ASV Bergedorf 85, Jörg Franke. Doch wohl dem, der so einen Trumpf auf der Bank hat. Heinze ist der beste Joker der Liga. Gegen die Lauenburger SV kam der 22-Jährige nach 55 Minuten zum Zug. Eine gute halbe Stunde später hatte Heinze einen Vierer-Pack geschnürt und die Gäste im Alleingang gedemütigt – Endstand 9:1. „Florian ist immer sofort bei 100 Prozent“, schwärmt Franke. In dieser Saison kommt Heinze nun auf sieben Treffer – alle erzielte er als Joker. Dazu kommt ein Tor im Pokal.

Guter Freund: Burhan Öztürk und Erdal Katik kennen sich seit über 25 Jahren, spielten einst in Billstedt in der Jugend zusammen und sind beste Freunde. Beim Spiel FC Lauenburg – MSV Hamburg begegneten sich beide nun als Gegner. Öztürk trainiert den FCL, Katik gemeinsam mit Markus Puder den MSV. Dabei sorgte Öztürks Team trotz eines 1:3-Rückstands für die große Überraschung, bescherte den Mümmelmannsbergern mit 4:6 die zweite Pleite in Folge. Anschließend gab es für den Verlierer tröstende Worte: „Ich habe gesagt, dass er die drei Punkte lieber bei mir lässt, als woanders“, so Öztürk.

Zweite Chance: Obwohl Benedikt Karsten in der Partie beim SV Börnsen II drei „Hundertprozentige“ liegengelassen hatte, gab Trainer Rüdiger Neuhaus dem A-Jugendlichen der TSV Reinbek im Ligaspiel gegen den SV Altengamme II eine zweite Chance. „Ich habe ihn extra nochmal gebracht“, betonte Neuhaus. Und Karsten zahlte das Vertrauen zurück. In der umkämpften Partie war er beim 2:1-Erfolg mit zwei Toren der Matchwinner.

Eigentlich ganz gut: Da saßen Trainer Wolfgang Spethmann und sein Spieler Sebastian Fuchs vom TSV Glinde II nun beisammen und sinnierten über die vorangegangene Partie gegen den Düneberger SV II. „Eigentlich haben wir 90 Minuten gut gespielt“, sagte Fuchs süffisant. Dumm nur, dass die Glinder bereits nach einer Minute in Rückstand geraten waren und mit der letzten Aktion der Partie den Treffer zur 1:2-Niederlage kassierten (90.+3). Da konnte sich der TSV für die guten 90 Minuten dazwischen auch nichts kaufen.

Junge Wilde: Meist sind es beim FSV Geesthacht die erfahrenen Spieler, die die Partien entscheiden. Doch im Lokalderby gegen den SV Hamwarde (4:1) schlug die Stunde der jungen Wilden. Erst markierte der gerade eingewechselte Maurice Osterhof (18) das 2:1, später erhöhte Janik Wagner (20) auf 3:1.