Kreisligakolumne

Hamwarde bleibt ein hartes Pflaster

Szene mit Seltenheitswert: Dieter Forkert (in Gelb, MSV) lässt die Hamwarder Hauke Dähn (links) und Yasin Mohammadi alt aussehen.

Szene mit Seltenheitswert: Dieter Forkert (in Gelb, MSV) lässt die Hamwarder Hauke Dähn (links) und Yasin Mohammadi alt aussehen.

Foto: Koch / BGZ

In unserer Kreisligakolumne geht es um den Sturz des Tabellenführers und ein Vater-Sohn-Spiel.

Mit Ansage: Auf dem Naturrasen des Fußball-Kreisligisten SV Hamwarde an der Mühlenstraße spielt nur eine Mannschaft wirklich gern: die Hausherren selbst. „Die sind zu Hause ganz unbequem“, weiß beispielsweise Michael Baaß, Ligaobmann des Oststeinbeker SV. Der neue Tabellenführer profitierte nun vom harten Hamwarder Pflaster. Denn dort ließ der bisherige Spitzenreiter MSV Hamburg, der mit einer weißen Weste und 27:2-Toren anreiste, erstmals Federn. Nach der verdienten 2:3-Niederlage gab MSV-Trainer Markus Puder zu Protokoll: „Ich habe es mir vorher sagen lassen, dass es nicht einfach wird und muss nun eingestehen: Hamwarde hat es sich redlich verdient.“ Insbesondere wenn man den Einsatz von Torben Dethof bedenkt, der nach einem Tritt ins Gesicht (11.) mit blutendem Gesicht und Stöpsel in der Nase bis zum Schlusspfiff durchhielt.

Mit dem Vater: Das Spiel beim TuS Aumühle-Wohltorf wird Maurice Osterhof mit ziemlicher Sicherheit nie vergessen. Nicht, weil der 18-Jährige mit seinem FSV Geesthacht einen glanzlosen 3:0-Erfolg einfuhr. Sehr wohl aber, weil er dabei eine Viertelstunde lang gemeinsam mit seinem Vater Dirk Osterhof (40) auf dem Feld stand. Der langjährige FSV-Dauerrenner im Mittelfeld war wegen Personalmangels eingesprungen. Und was unterscheidet die beiden Osterhofs nun? „Eigentlich nicht viel. Maurice ähnelt seinem Vater von der Spielanlage sehr. Dirk war technisch vielleicht einen Tick besser“, sagte Ligamanager Ismail Gök.

Wie geschmiert: Sechstes Spiel, sechster Sieg, 34:3-Tore, läuft bei dir, Oststeinbeker SV! Beim 8:0 gegen den FC Lauenburg stimmte beim neuen Spitzenreiter erstmals in dieser Saison auch die Chancenverwertung. „Die Maschine rollt. Das waren schöne, herausgespielte Tore“, frohlockte Ligaobmann Michael Baaß. Den Grund, warum es so gut läuft am Meessen schickte er gleich hinterher. „Wir wollen immer angreifen und den Gegner nicht zum Zug kommen lassen. Zudem trifft Simon (Trainer Gottschling, die Red.) gute Entscheidungen.“ Auch die Mischung aus erfahrenen Kräften wie Deniz Herber und Youngster wie Maximilian Kochsiek passt.

Mit einer Krake: Von wegen klare Angelegenheit. Der ASV Bergedorf 85 gewann bei Aufsteiger Düneberg II zwar mit 3:1, hatte dies aber vor allem einer Person zu verdanken: Torhüter Lukas Stradins. Fünf klare Chancen der Hausherren entschärfte der junge Schlussmann, zudem hatte DSV-Stürmer Andreas Wölfel kein Zielwasser getrunken. „Das ist eine meiner bittersten Niederlagen. Wir waren drückend überlegen“, ärgerte sich DSV-Trainer Carsten Schruhl. ASV-Kollege Jörg Franke stellte derweil fest: „Wir mogeln uns durch. Im Vergleich zur Vorsaison gewinnen wir auch unsere schlechten Spiele.“

Mit Bravour: In der K4 kommt Aufsteiger Börnsen III immer besser in Fahrt. Der 11:2-Kantersieg gegen Juventude II war bereits der dritte Erfolg in Serie. Belohnung: Der Sprung auf Platz vier. Gegen die Portugiesen aus Wilhelmsburg waren besonders Andre Brausendorf (vier Tore, drei Vorlagen) und Bennet Ohrt (ein Tor, sieben Vorlagen) gut aufgelegt.

Mittellos: ein Punkt, 8:37-Tore, Platz 15 – für den FSV Geesthacht II gibt es in der Kreisliga 4 erwartungsgemäß wenig zu holen. So auch beim 4:9 gegen Lorbeer, selbst wenn es nach einem 1:5-Rückstand bei 4:5 kurzzeitig eng wurde. „Der Abstieg ist besiegelt. Wir haben einen Fehler gemacht und hätten in der Kreisklasse bleiben sollen“, sagt Trainer Mehmet Dogan. Hintergrund: Die „Dritte“ hatte im Sommer den Platz der „Zweiten“ eingenommen.