Bergedorf.

Von Favoriten und Stolpersteinen

Kreisliga-Vorschau, Teil eins ASV Bergedorf, Oststeinbeker SV und FSV Geesthacht buhlen um den Titel

Bergedorf.  Das Warten hat ein Ende. Am Wochenende beginnt die Amateur-Fußball-Saison 2017/18. In dieser Woche blicken wir schon einmal voraus: Was hat sich bei den Mannschaften von der Kreis- bis zur Oberliga getan? Wer will auf- oder nicht absteigen? Heute beginnen wir in der Fußball-Kreisliga 3 mit den Teams, die in der oberen Tabellenhälfte zu erwarten sind.

ASV Bergedorf 85

An erster Stelle müssen zwangsläufig die „Elstern“ genannt werden. In ihrer vierten Spielzeit seit Neugründung der Sparte strebt der ASV Bergedorf mit aller Macht in die Bezirksliga. „Wir wollen aufsteigen, ob als Erster oder Zweiter ist mir egal“, sagt der Trainer des Vorjahresdritten, Jörg Franke. Dass mit Sandro Schraub ein echter „Knipser“ zu Landesligist SV Altengamme gewechselt ist, ist für den ASV zwar ein Verlust, jedoch einer der aufgefangen werden kann. „Wir sind schon gut besetzt“, sagt Franke. An die Seite von Norman Leßmann im Sturm wird wohl Stephan Funk rücken, der zuletzt aufgrund des offensiven Überangebots zeitweise sogar in der Abwehr zum Zug kam. Die beiden Zugänge aus Lohbrügge (Timo Schwenke, Mirco Dell) sind eine Bereicherung für den ASV, sodass Trainer Franke, ob der offen kolportierten Aufstiegsambitionen nicht bange ist. „Ich kann mit dem Druck umgehen.“

Oststeinbeker SV

Unter Druck gesetzt hatte sich in der Vorsaison der Oststeinbeker SVmit der Ankündigung, in drei Jahren in der Landesliga spielen zu wollen. Doch schnell fanden sie beim OSV heraus, dass aus einer Ansammlung hoch veranlagter Fußballer nicht automatisch ein gutes Team wird. Nach einem enttäuschenden achten Platz sortierte Trainer Simon Gottschling kräftig aus. Mit Murat Gümüstas schickte er sogar einen früheren Regionalliga-Spieler weg. Ergebnis: Der relativ kleine Kader überzeugte in der Vorbereitung mit guten Ergebnissen wie einem 3:0 gegen Oberligist Vorwärts-Wacker Billstedt. „Wir wollen oben mitspielen. Und wenn wir Meister werden, beschwert sich hier auch keiner“, sagt Gottschling.

FSV Geesthacht

Der Absteiger hat seinen Kader bis auf Torwart Stefan Nagler zusammengehalten und verfügt über eine gute Mischung aus erfahrenen Akteuren (Torben Krauel, Dennis Carl, Patrick Hiob) und jungen Talenten wie Emre Gök. Dass es nicht zum Klassenerhalt reichte, lag vor allem an der desaströsen Hinrunde (nur sechs Punkte). „Unsere Heimat ist die Bezirksliga“, betont Manager Ismail Gök. „Wir streben den Wiederaufstieg an, wenn auch nicht um jeden Preis.“

MSV Hamburg

Das Mannschaft aus Mümmelmannsberg ist neben dem FSV der zweite Absteiger in der Staffel. Bis auf Burhan Sahin und Serkan Sakarya sind alle Spieler gegangen. Doch es ist mit Dieter Forkert (ehemals FC Bergedorf, Teutonia 05) auch Qualität dazugekommen. „Wir werden ganz bescheiden anfangen und von Spiel zu Spiel schauen. Ziel ist ein Platz unter den ersten Fünf“, sagt Trainer Erdal Katik.

SV Altengamme II

Die Vierländer überwinterten als Spitzenreiter und stürzten dann noch auf Platz vier ab. Mit 21 Punkten Rückstand auf Meister Düneberg. SVA-Trainer und Dauer-Tiefstapler Frank Graf wollte sowieso nichts vom Aufstieg wissen und schlägt auch dieses Mal moderate Töne an. „Platz fünf bis acht, mehr wird für uns nicht drin sein“, sagt Graf, der mit Christoph Albers einen starken „Sechser“ aus der eigenen „Ersten“ bekommen hat. Dass wohl in der Mitte die Wahrheit liegt, weiß auch ASV-Trainer Jörg Franke: „Altengamme muss man immer auf dem Zettel haben.“

TuS Aumühle-Wohltorf

Neuer Trainer, neues (Jugend)-Konzept – die Aumühler bleiben konstant inkonstant. Coach Mario Friedrich, der elfte Übungsleiter in neun Jahren, soll zwar in den kommenden Jahren verstärkt auf den eigenen TuS-Nachwuchs setzen, hat mit Daniel Otremba aber auch den Torschützenkönig der vergangenen Serie (42 Treffer in 30 Partien) in seinen Reihen. Mittelfristig wollen auch die Aumühler in die Bezirksliga, diesmal reicht es, um die Favoriten zu ärgern.

FC Lauenburg

Sollte es Neu-Trainer Burhan Öztürk gelingen, die emotionalen FCL-Spieler zu zähmen, was ihm zuzutrauen ist, können die Elbestädter die positive Überraschung der Saison werden.

SV Hamwarde

Auch an der Mühle wirkt mit Erdinc Özer ein neuer Mann an der Seitenlinie. Wenn ihm gelingt, den positiven Trend der Rückrunde mit 28 Punkten unter Vorgänger Thorsten Gloor fortzusetzen, spricht nichts gegen einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Spiele in Hamwarde sind so oder so für jeden Gegner unangenehm.

Im Teil zwei der Kreisliga-Vorschau widmen wir uns morgen dem Abstiegskampf.