ASV Bergedorf 85

„Wir wissen, was wir können“

Felix Rehr (l.) und Torschütze Florian Heinze (beide ASV Bergedorf 85) bejubeln den Treffer zum 3:0-Endstand.

Felix Rehr (l.) und Torschütze Florian Heinze (beide ASV Bergedorf 85) bejubeln den Treffer zum 3:0-Endstand.

Foto: Olaf Damm / Damm Pictures

Bergedorf. Kreisligist ASV Bergedorf 85 wirft das Bezirksliga-Spitzenteam ASV Hamburg aus dem Pokal – und findet das ganz normal.

Bergedorf. „Hier regiert der ASV!“ Mit ihrem Schlachtruf konnten die Anhänger vom Fußball-Kreisligisten ASV Bergedorf 85 gestern Nachmittag an den Sander Tannen nichts falsch machen. Durften sich doch alle 22 Spieler auf dem Feld angesprochen fühlen, die des Gastgebers ebenso wie die Gäste vom ASV Hamburg. Doch nach 90 Minuten ASV gegen ASV regierte dann tatsächlich nur ein ASV, und das waren die Bergedorfer. Verdient setzten sie sich mit 3:0 durch und zogen in die zweite Runde des Oddset-Pokals ein.

Keine Spur von Ekstase

Wer nun allerdings Jubelstürme nach dem Triumph des Underdogs gegen den letztjährigen Bezirksliga-Dritten erwartet hatte, sah sich getäuscht. In aller Gelassenheit nahmen die Bergedorfer Spieler den Applaus ihres Anhangs entgegen. „Wir wissen halt, was wir können“, zuckte „Elstern“-Trainer Jörg Franke mit den Schultern, „wir haben ja auch schon in der Vorbereitung mit Börnsen (4:3) und dem SV Curslack-Neuengamme II (1:0) zwei Bezirksligisten geschlagen.“

ASV Hamburg ohne sechs Stammkräfte

Bei den Gästen, die das Fehlen von sechs Stammkräften nicht kompensieren konnten, hielt sich die Enttäuschung über das Ausscheiden in Grenzen. „Der ASV Bergedorf ist für mich ohnehin kein typisches Kreisliga-Team, sondern eher eine gute Bezirksliga-Mannschaft“, verteilte ASV-Hamburg-Coach Mo Wadhwa, der früher den Lokalrivalen FC Bergedorf trainierte, nach dem Schlusspfiff Komplimente. Auf dem kleinen Kunstrasen – der große Rasenplatz ist noch gesperrt – agierten die Bergedorfer taktisch klug im 4-4-2-System mit zwei tief stehenden Viererketten. Immer wieder liefen sich erstaunlich einfallslosen Gäste darin fest.

Traumtor von Felix Rehr

Auf der Gegenseite war da schon deutlich mehr los. Der starke Stephan Funk köpfte nach einer Ecke nur knapp vorbei (37.). Drei Minuten später war er dann erneut zur Stelle und schloss eine schöne Kombination der Bergedorfer über fünf Stationen zum 1:0 ab (40.). Nach dem Seitenwechsel übertölpelte Felix Rehr den ASV-Hamburg-Keeper Shahin Ahmadi mit einem Heber von der Seitenauslinie zum 2:0 (56.). „Ich hatte gesehen, dass der Torwart etwas zu weit herausgekommen war“, hatte Rehr seinen Kunstschuss genau so gewollt.

Als sich dann Abdul-Nafe Farahi, Mittelfeldspieler des ASV Hamburg, zu einer Tätlichkeit gegen Nino Rüdian hinreißen ließ und dafür Rot sah (60.), war die Partie im Grunde genommen entschieden. Den Rest der Partie spielten die Bergedorfer ganz entspannt herunter und legten durch den kurz zuvor eingewechselten Florian Heinze noch das 3:0 nach (72.).
Bergedorf: Stückler; Krahn, Rüdian, Herrmann (74. Balik), Röner; Rehr (82. Nennstiel), Koßatz, Schwenke, Föhres (70. Heinze); Funk, Dell.