Bergedorf.

„Eine Fusion wäre angebracht!“

ASV und FC Bergedorf Hochzeit zur Saison 2018/19?

Bergedorf.  Unterhalten sich zwei Fußballer. „Und für welchen Verein spielst Du?“, fragt der eine. „Für Bergedorf 85“, lautet die Antwort. Ist der Fragesteller mit den besonderen Gegebenheiten der Bergedorfer Kickerszene vertraut, dürfte ihn diese Antwort nicht wirklich zufriedenstellen. Denn seit drei Jahren spielen, siegen und verlieren zwei Vereine an den Sander Tannen: der FC und der ASV.

Für die allermeisten Bergedorfer Fußballfans ist dies ein Zustand, der besser gestern als heute korrigiert werden sollte. Und wahrscheinlich waren die Chancen noch nie so gut, aus zwei Vereinen wieder einen zu machen. Jörg Franke bestätigt Gespräche mit dem neuen FC-Vorstand. „Wir haben seit Monaten eine gute Basis“, sagt der ASV-Trainer. „Eine Fusion wäre angebracht.“ Und der ASV-Vorsitzende Klaus Hinz fügt hinzu: „Wir haben uns dieses Vorhaben für die kommenden Saison auf die Fahnen geschrieben.“

Unter Mato Mitrovic, ehemaliger Trainer, Sponsor und Vorsitzender in Personalunion beim FC Bergedorf, hatten die Gespräche zuletzt auf Eis gelegen. Zu groß waren auf beiden Seiten die Vorbehalte. Doch seit dem Rückzug von Mitrovic, der zur neuen Saison den Landesligisten VfL Lohbrügge trainieren wird, und der Neuwahl des FC-Vorstandes Ende März, ist Bewegung in die Sache gekommen. Allerdings müssen sich alle „Elstern“-Anhänger gedulden. Zur Spielzeit 2017/18 werden die beiden Bergedorfer Vereine noch getrennt an den Start gehen. Dabei wäre ein Zusammenschluss auch aus sportlicher Sicht eine Win-win-Situation.

Zwar ist das Konzept des FC Bergedorf, überwiegend mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs in der Landesliga an den Start zu gehen, aller Ehren wert. Doch ligatauglich dürfte diese Mannschaft kaum sein. Auf der anderen Seite steht der ASV, der unbedingt nach oben will, als Kreisliga-Dritter aber den Aufstieg in die Bezirksliga zuletzt knapp verpasste.

Im Hamburger Fußball-Verband gibt es zwar die Möglichkeit, Spielgemeinschaften zu bilden. Im Herrenbereich ist dies zur Saison 2017/18 aber nur in den Kreisklassen möglich. Bei einer Fusion müssten hingegen beide Vereine eine außerordentliche Versammlung einberufen. Den ASV-Vorsitzenden Klaus Hinz treibt noch ein ganz anderes Problem um: „Wir haben nicht genügend Trainingszeiten für unsere Mannschaften.“

Gut möglich, dass es in einem Bereich zu einer Zusammenarbeit kommt. „Warum sollten wir nicht mit einer gemeinsamen Alten Herren am Ligabetrieb teilnehmen“, fragt Franke. Es wäre ein erster Schritt. Vereinsvertreter des FC Bergedorf waren gestern nicht zu erreichen.