Kreisliga-Kolumne

Entscheidung im Abstiegskampf

Dursun Yurtoglu (Mitte) vom FC Lauenburg setzt sich gegen die Oststeinbeker Dave Fehlandt (links) und Murat Gümüstas durch.

Dursun Yurtoglu (Mitte) vom FC Lauenburg setzt sich gegen die Oststeinbeker Dave Fehlandt (links) und Murat Gümüstas durch.

Foto: Thomas Rokos

Bergedorf. Der TSV Gülzow, der Willinghusener SC und die TSG Bergedorf spielen in der kommenden Saison in der Kreisklasse.

Nervenschlacht: 2007 hatte Nihat Kocyigit seine Leistungsfußball-Karriere beim VfL Lohbrügge beendet. Seitdem kickt der ehemalige Viertliga-Spieler (TuS Hoisdorf) nur noch bei den Alten Herren. Im Kreisliga-Saisonendspurt war der 45-Jährige – genau wie Alt-Herren-Kollege Karim Cissé – aber noch mal gefordert. Beide halfen der „Zweiten“ im Abstiegsduell gegen den Willinghusener SC aus. „Eine Nervenschlacht“, sagte VfL-Coach Sascha Barck. Die Hausherren gaben einen 2:0-Vorsprung aus den Händen, machten aber in der 88. Minute doch noch den 3:2-Siegtreffer. Torschütze: Kocyigit. Damit sind die Lohbrügger gerettet.

Absteiger: „Hier grüßt die Kreisklasse“, meldete sich WSC-Trainer Peter Lehmann. „Wir haben es verdient abzusteigen, weil wir keine Mannschaft geformt haben, die zusammenhält“, gestand Lehmann. Der Abstieg kommt zur Unzeit: Gerade jetzt wird in Willinghusen ein Kunstrasenplatz samt Vereinsheim gebaut. Weitere Absteiger sind die TSG Bergedorf (0:5 gegen Düneberg) und der TSV Gülzow (2:10 beim ASV Bergedorf). „Unsere Mannschaft hat die Fans nicht verdient“, sagte TSV-Trainer Kadir Gündüz. Sein Team verspielte die letzte kleine Chance vor zahlreichen Ultras der Gülzow Support Elite mit einem lustlosen Auftritt. Bei der TSG wird nach dem Doppelabstieg künftig ein Team gebildet, das Sven Lemke trainiert.

Zehn Freunde müsste ihr sein: Apropos TSG Bergedorf II – ausgerechnet in der ersten Partie nach dem Abstieg aus der K4 holte Coach Sven Lemke (seit der Winterpause im Amt) die ersten Punkte. Wohlgemerkt im zehnten Spiel! Der 9:2-Kantersieg gegen den MSV Hamburg II war noch in anderer Hinsicht kurios. Beide Teams spielten nur zu zehnt. Die TSG hatte nicht mehr Akteure, der zu elft angereiste MSV II ließ freiwillig einen Spieler draußen. Bester Mann war Bergedorfs Dennis Stepien mit drei Toren und vier Vorlagen.

„Mister Lawer Lawer“: „Boombastic“ heißt ein Lied des jamaikanischen Reggae-Pop-Musikers Shaggy aus dem Jahr 1995. Eine Textzeile daraus lautet „Mr. Lover lover“. Und so wird Nils Lawer vom TuS Aumühle-Wohltorf aufgrund der phonetischen Ähnlichkeit seines Namens von Trainer Maxwell Phelps ab und an gerufen. Was „Mister Lawer Lawer“ in der Partie bei Atlantik 97 ablieferte, war übrigens auch „boombastic“. Beim 5:0-Sieg schnürte Lawer einen Viererpack. Ein Kreisliga-Stürmer war an diesem Spieltag noch erfolgreicher: Sandro Schraub vom ASV Bergedorf erzielte beim 10:2 gegen Gülzow sogar sechs Tore.

Zeit der Abschiede: Mit Freibier und einem Grill-Abend verabschiedet sich der Oststeinbeker SV (2:1-Sieger beim FC Lauenburg) nach dem Spiel gegen den SV Curslack-Neuengamme II von seinen Fans. Hamwardes Interimscoach Thorsten Gloor (wird von Erdinc Özer abgelöst) lädt sein Team bereits unter der Woche in seinen Garten ein. „Langsam tut der Abschied ein bisschen weh“, sagt der ehemalige Co-Trainer, der den Job ursprünglich gar nicht machen wollte.