Punktequotient

Aufstieg wird zum Rechenspiel

Vergeblich gejubelt? Ob sich der SC Vier- und Marschlande (hier: Leon Koslowski) am Saisonende über den Aufstieg freuen darf, hängt auch am Punktequotienten.

Vergeblich gejubelt? Ob sich der SC Vier- und Marschlande (hier: Leon Koslowski) am Saisonende über den Aufstieg freuen darf, hängt auch am Punktequotienten.

Foto: Volker Koch / Koch

Bergedorf. Die Fußball-Vereine wünschen sich die Aufstiegsspiele zurück. Doch das wäre frühestens 2019 der Fall.

Bergedorf. Wenn der SC Vier- und Marschlande am 13. Mai beim ASV Hamburg spielt, ist es das Endspiel um den zweiten Platz in der Fußball-Bezirksliga Ost. Früher galt: Spannung pur war garantiert. Schließlich durfte der Vizemeister noch auf den Aufstieg über eine Relegationsrunde mit den Zweitplatzierten aus den drei Parallelstaffeln hoffen. Seitdem in der vergangenen Saison der Punktequotient (Punkte durch Anzahl der Partien) die Aufstiegsspiele ersetzt hat, ist dies anders – und viel komplizierter, was das Beispiel des SCVM veranschaulicht.

Drei Aufsteiger oder zwei?

Die Deich-Kicker können im Saisonendspurt noch maximal sechs Punkte sammeln. Das reicht für einen Quotienten von 2,03. Damit sind sie aber wohl auf jeden Fall schlechter als der Zweite der Nord- und der Südstaffel, die nur noch einen Sieg aus drei Spielen für einen besseren Quotienten brauchen. Und Stand heute gehen lediglich zwei Bezirksliga-Vizemeister hoch. Drei wären es nur, wenn der FC St. Pauli die 2. Liga hält und Altona 93 in die Regionalliga aufsteigt.

Ganz ähnlich verhält es sich bei den acht Kreisliga-Zweiten, die früher in zwei Vierergruppen um den Aufstieg gespielt haben. Jetzt zählt allein der Quervergleich der Staffeln nach dem Punktequotienten. Hier muss Curslacks „Zweite“ noch fleißig punkten. Sollte der aktuelle Drittplatzierte ASV Bergedorf die Vierländer noch abfangen, ist er praktisch chancenlos. Denn der Punktequotient des FCB würde dann wohl nicht ausreichen, um die Konkurrenz aus den anderen Staffeln abzuhängen. „Das ist doch ungerecht“, sagt ASV-Trainer Jörg Franke. „Die Staffeln sind gar nicht zu vergleichen, allein schon, weil nicht überall gleich viele Mannschaften spielen.“ Damit spricht er vielen Kollegen aus der Seele.

Keine ungerechten Gruppen mehr

Joachim Dipner, der Vorsitzende des HFV-Spielausschusses, hat andere Beobachtungen gemacht. „Beim letzten Ausspracheabend haben wir viele positive Meinungen erhalten“, sagt er. Die Einführung sei vom Verband beschlossen worden, damit der reguläre Spielbetrieb weiter in den Mai hinein verlegt werden konnte. „Außerdem gab es immer Beschwerden der Ungleichbehandlung, wenn wir in unteren Ligen Dreier- und Vierergruppen hatten“, ergänzt Dipner. Einen Gegenvorschlag unterbreitet Frank Flatau (Obmann TuS Dassendorf): „Man könnte, wie in Niedersachsen, anstatt in Gruppen zu spielen, doch nur jeweils ein Aufstiegsspiel auslosen.“

Dipner erwidert: „Wenn uns ausreichend Kritik am nächsten Ausspracheabend Anfang 2018 vorgetragen wird, kann sich der Spielausschuss mit einer Änderung befassen.“ Diese würde dann allerdings frühestens zur Saison 2019/20 in Kraft treten.