KREISLIGAKOLUMNE

4000 Euro Schaden durch randalierende Fans

Werbebande zerstört: Unterklassige Fußball-Mannschaften zu unterstützen, ist derzeit schwer in Mode. Im Heimatgebiet haben der TSV Gülzow (Gülzow Support Elite) oder der ASV Bergedorf (Anhänger Club ASV Bergedorf) eigene Fangruppierungen. Beim VfL 93 aus der Fußball-Kreisliga 5 nennen sie sich „The Kop of Borgweg“ nach der legendären Tribüne des FC Liverpool. Im Auswärtsspiel beim SC Wentorf II schossen die mit einem Bus angereisten Winterhuder aber über das Ziel hinaus. Nach dem 3:1 (Endstand 4:1) hoben sie 15 Meter Werbebande aus den Angeln, verwüsteten nach Angaben der Polizei die Anlage und brannten zudem mehrere Bengalos ab. Sachschaden: 4000 Euro.
Handbremse gelöst: In seinem zweiten Spiel für die „Zweite“ des SVCN legte Christoph Hammel los. Zum 5:0-Sieg gegen den 2017 so bärenstarken SV Hamwarde (16 von 18 möglichen Punkte), traf der aus der Oberliga freiwillig ins zweite Glied gerückte 34-Jährige dreimal. „Er hat die Handbremse gelöst“, sagte SVCN-Trainer Ingo Carstensen. Dennoch ließ sein Team weitere Großchancen liegen und verpasste es, mehr als zwei Tore auf den Düneberger SV aufzuholen. Aktuell würde es aber auch über den Punkte-Koeffizienten reichen. Der Wert von 2,42 ist der viertbeste aller Kreisliga-Zweiten. Und genau vier Vizemeister steigen auf, wenn der FC St. Pauli in der 2. Bundesliga die Klasse hält.
50 Punkte zum Fünfzigsten:
Lange hatte Trainer Frank Graf gerätselt, warum der SV Altengamme II dieses Jahr nicht in Tritt gekommen ist. Nach dem 3:1 gegen den TSV Gülzow ging ihm ein Licht auf. „Die Mannschaft wollte mir zu meinem 50. Geburtstag die 50-Punkte-Marke schenken“, sagte Graf im Scherz. Acht Spiele hatten die Vierländer bis zum ersten Sieg des Jahres gebraucht. Zudem beschenkte das Team Coach Graf mit einem mitgebrachten Essen, sodass in der dritten Halbzeit zünftig gefeiert wurde.
Zukunftspläne: Beim ASV Bergedorf ist die Aufstiegshoffnung auf ein Minimum gesunken. In der Saison 2017/18 wird es aber einen neuen Anlauf geben. Coach Jörg Franke und sein Trainerteam machen genauso weiter wie das Gros der Mannschaft, darunter Leistungsträger wie Sandro Schraub oder Norman Leßmann. Auch der Oststeinbeker SV stellt nach einer hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Serie die Weichen für die Zukunft und hat mit Deniz Herber (HT 16) sowie Torwart Thorben Joost (Meiendorf) zwei namhafte Neuzugänge.
Hoffnung begraben: „Das war’s. Die Sache ist besiegelt. Mit diesem Kader darf man normalerweise nicht absteigen“, zog Abteilungsleiter Jörg Schulz nach dem 1:3 der TSG Bergedorf gegen den FSV Geesthacht II einen Schlussstrich unter den Klassenerhalt. Drei Runden vor Ultimo beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer sechs Punkte.
Spiele heute: Willinghusen – Glinde II (Am Sportplatz), Hamwarde – Aumühle (Mühlenstr.), Gülzow – Oststeinbek (Schloßstr., alle 19 Uhr).