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Alle Mann in Deckung

Kreisligakolumne SVCN-Trainer verzockt sich bei Torwette

Zu viel Bier: Weil er für den Hamburg-Marathon am 23. April trainiert, verzichtet Ingo Carstensen, Coach des Fußball-Kreisligisten SV Curslack-Neuengamme II, derzeit auf Alkohol. Einen Tag vor seinem 33. Geburtstag machte er bei der Partie gegen den FC Lauenburg eine Ausnahme. „Pro Tor, das ihr schießt, trinke ich ein Bier“, hatte der Coach seinen Spielern mitgegeben. Eigentlich eine unverfängliche Wette. Denn von allen Spitzenteams haben die Vierländer die wenigsten Treffer erzielt, lagen vorher bei 2,6 im Schnitt. Doch dann das! Am Ende gewann der SVCN II das Rückspiel der „Flutlichtaffäre“ mit 8:0 (!). Eine (zu) schwere Bürde für Carstensen. „Acht Bier habe ich nicht geschafft“, sagte er.
Denkzettel: Noch nie hatte Alexander Schreiber in einem Fußballspiel im Tor gestanden. Gegen den Düneberger SV feierte der 31-jährige Trainer von Atlantik 97 sein Debüt. Der eigentliche Keeper Erik Buchmiller stand – obwohl einsatzfähig – in Zivil am Seitenrand. „Das war ein Denkzettel. Erik ist ein großes Talent, lässt die anderen Spieler aber oft hängen, weil er fast nie zum Training kommt“, sagte Schreiber. Wie bitter es als Torwart sein kann, hat der Coach nun am eigenen Leib erfahren. Bei der 2:4-Niederlage kassierte er das 1:1 durch einen abgefälschten Schuss, beim 1:2 schoss ein Verteidiger beim Klärungsversuch einen Düneberger unglücklich an.
Verschlafen: Das hatten sich die Spieler des SV Altengamme II samt ihres Trainers Frank Graf ganz anders vorgestellt. Bereits nach fünf Minuten lag der Tabellenführer gegen die abstiegsbedrohte TSG Bergedorf mit 0:2 hinten. Dass der SVA am Ende sogar einen 0:3-Rückstand noch in ein 3:3 umwandeln konnte, ist der guten Moral des Teams zu verdanken. „Die erste Halbzeit waren wir noch in der Winterpause und haben das Spiel völlig verschlafen“, sagte Graf.
Neubesetzung: Vom Team des VfL Lohbrügge II aus der Hinrunde sind nur noch Torwart Alexander Papadoudes, Niklas Burmeister, Burhan Findik und Kevin Büge übrig geblieben. Ansonsten besteht der Kader aus der aufgelösten ehemaligen 3. Herren. Beim ersten Auftritt war der VfL chancenlos. Abstiegskandidat TSV Glinde II gewann 6:0. „Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel um den Klassenerhalt“, sagte VfL-Trainer Sascha Barck.
Große Auswahl: Wohl dem, der wie Jörg Franke auf einen breiten Kader zurückgreifen kann. Der Trainer des ASV Bergedorf musste gegen Willinghusen auf einige Stammspieler, darunter den besten Torjäger der Liga, Stephan Funk (21 Saisontreffer), verzichten. Trotzdem reichte es für den ASV zu einem lockeren 8:1. Gegen das Schlusslicht standen fünf Winter-Neuzugänge in der Startelf und steuerten fünf Tore bei. Sandro Schraub schnürte einen Viererpack, Niklas Kretschel traf einmal. Die übrigen Treffer markierten Jakob Föhres (2) und Florian Heinze.
Rüpelhaft: In der Tabelle ist die Lauenburger SV nur Neunter. Was die Karten betrifft, sind die Elbestädter jedoch einsame Spitze – im negativen Sinn. Auf dem Konto der LSV stehen 70 Gelbe Karten. Die übrigen Teams liegen im Schnitt bei 45. Dazu kommen acht Gelb-Rote und sechs Rote Karten. Auch beim 2:4 gegen Aumühle-Wohltorf flogen mit Nico Me­the und Maurizio Gabriele zwei Lauenburger wegen Meckerns vorzeitig vom Platz. Das will Trainer Helmut Kiehn nicht länger hinnehmen. „Sportlich sind wir gut drauf und wollen nur so von uns reden machen“, kündigte er ein Gespräch mit dem LSV-Vorstand an.