Bergedorf.

Verfolger haben aufgerüstet

Kreisliga Spitzenreiter Altengamme II gibt sich gelassen – Spannung im Abstiegskampf

Bergedorf.  Hinter den Fußball-Kreisligisten aus dem Heimatgebiet liegt – zumindest gefühlt – die längste Winterpause aller Zeiten. Drei Monate sind seit dem letzten Spieltag vergangen. Das ist länger, als die ausstehende Zeit bis zum Saisonende. Nur noch elf reguläre Spieltage stehen an, dann sind spätestens alle Entscheidungen gefallen. An diesem Wochenende geht es los. So ist die Lage in der Kreisliga 3.

Die Spitzengruppe

Die beste Ausgangslage besitzt der SV Altengamme II (19 Spiele, 45 Punkte). Die Vierländer sind die Überraschung der Saison und gehen die Restrunde ganz gelassen an. „Andere ,müssen’ aufsteigen, wir nicht“, sagt Trainer Frank Graf, dessen Team der Zusammenhalt stark macht.

Die Verfolger haben dagegen für den Erfolg aufgerüstet. Der Düneberger SV (19/42) verstärkte sich mit vier Spielern aus der Landesliga: Marcel Jeremias (SVNA), Joscha Behrens, Esad Redzepagic und Danyal Aktas (alle Schwarzenbek). Zudem wurde mit Patric Hoffmann ein neuer Ligamanager installiert. „Ziel ist die Bezirksliga“, sagt Ligaobmann Andreas Kreutzer.

Mindestens Platz zwei hat der ASV Bergedorf (19/39) im Visier. Auch die „Elstern“ haben personell noch einmal nachgelegt und sich bei Landesligisten bedient. Vom FC Bergedorf kam Felix Rehr, vom VfL Lohbrügge Sandro Schraub. Auch Mortaza Nazeri (zuletzt ASV Hamburg) hat bereits höherklassig gespielt.

Viertes Team im Bunde ist der SV Curslack-Neuengamme II (18/39). Die Curslacker haben mit Lars Stephan die Lücke im Tor geschlossen, aber auch ein Offensivpro­blem. Der SVCN erzielte rund 20 Treffer weniger als das Spitzentrio.

Das Mittelfeld

Das Mittelfeld ist klein, aber nicht zu verachten. Der Rückstand des TuS Aumühle-Wohltorf (17/33) auf die Spitze ist zwar zu groß, um noch oben eingreifen zu können. Doch Vorsicht! Der TuS ist als einziges Team zu Hause unbesiegt und stellt mit Daniel Otremba (21 Treffer) den besten Torschützen der Liga.

Beim FC Lauenburg (19/29) hängt viel von der Tagesform ab. Ab Mitte März steigt mit Razi Butt ein neuer Trainer ein. Boden gutmachen wird der Oststeinbeker SV (27/19). Das ambitionierte Team hat ebenfalls aufgerüstet. Enfant terrible Faik Algan sei nur exemplarisch genannt.

Die Abstiegszone

Der VfL Lohbrügge II (19/25) hat zwar vermeintlich einen sicheren Vorsprung. Allerdings verbirgt sich hinter der „Zweiten“ die aus der Kreisklasse aufgerückte „Dritte“. Ob die Qualität für die Kreisliga reicht, bleibt abzuwarten. Die Lauenburger SV (19/24) hat ihren schmalen Kader zumindest quantitativ aufgestockt. „Ich bin zuversichtlich, was den Klassenerhalt angeht. Und ich muss nicht mehr die Spieler unserer ,Zweiten’ oder Alten Herren fragen, ob sie aushelfen können“, sagt LSV-Trainer Helmut Kiehn.

Aufsteiger FSV Geesthacht (19/22) schwächelte zuletzt nach gutem Start. Platz zehn ist bei nur fünf Zählern Vorsprung trügerisch. Ganz eng wird es dahinter. Atlantik 97 (19/19), Glinde II (18/17), Hamwarde (178/17), Gülzow (18/17), TSG Bergedorf (19/17) und Schlusslicht Willinghusen (17/15) können sich im Frühjahr selbst aus dem Schlamassel ziehen. Der Druck in Hamwarde ist am größten. Nur im Falle des Klassenerhalts will Erdinc Özer zur neuen Saison als Trainer einsteigen.

Die Anderen

In der Kreisliga 4 spielt die TSG II (12. Platz) mit Neu-Trainer Sven Lemke gegen den Abstieg. In der K5 liegt der SC Wentorf II als Achter jenseits von Gut und Böse.