Bergedorf

Spitzenquartett macht den Meister aus

Kreisliga 3, Teil Zwei Überraschungsteam Altengamme II liegt vor Favorit Düneberg

Bergedorf.  Wie stehen die Fußballvereine aus dem Verbreitungsgebiet in der Winterpause da? Lagen wir mit unseren Tipps im Fußball-Sonderheft „Anstoß“ richtig? Heute folgt der zweite Teil der Kreisliga 3.

Nachdem wir uns gestern um die untere Tabellenhälfte gekümmert hatten, also um die Teams, die gegen den Abstieg kämpfen, geht es nun ausnahmslos um gesicherte Mannschaften – könnte man meinen. Das ist aber falsch.

Denn der VfL Lohbrügge II liegt zwar mit 25 Zählern auf Rang sieben, doch von dem Team, das dafür verantwortlich war, sind nur noch vier Spieler übrig geblieben. Das Gros der Mannschaft stellt nun die aus der Kreisklasse abgemeldete „Dritte“. Und die hatte selbst eine Staffel tiefer Abstiegssorgen. Ein Pfund könnte jedoch die Landesliga-Elf sein, die im Notfall aushelfen könnte. Auf reichlich Unterstützung hatten wir auch beim alten Team gesetzt und daher auf Platz zwei bis fünf getippt – das wird nichts mehr.

Wohl aber könnte unsere Vermutung für den FC Lauenburg (Platz acht) eintreffen. Die Lauenburger sind derzeit Sechster, liegen damit aber weit hinter den Ambitionen von Ex-Trainer Metin Dogan. Der wollte „oben angreifen“. Daraus wurde nichts. Stattdessen litt das Image des Vereins nach der „Flutlicht-Affäre“ im September gewaltig. Nach weiteren Vorfällen trat Dogan zurück.

Der TuS Aumühle-Wohltorf hingegen hat noch die Chance, an das Spitzenquartett heranzukommen. Das Team aus dem Sachsenwald ist Fünfter, hat zudem zwei Partien weniger ausgetragen. Zuletzt konnte der TuS sogar den großen Titelanwärter Düneberg bezwingen. Bislang hat Coach Maxwell Phelps allerdings nicht dauerhaft das Potenzial aus der Mannschaft herauskitzeln können. Wir sollten am Ende mit unserer Einschätzung von Rang vier bis sieben realistisch liegen.

Zur Spitzengruppe gehört die „Zweite“ des SV Curslack-Neuengamme. Für den ganz großen Coup fehlt dem Team von Trainer Ingo Carstensen aber ein Topscorer. Steffen Wegner ist mit acht Toren schon der Treffsicherste. Zum Vergleich: Aumühles Daniel Otremba und Stephan Funk (ASV Bergedorf) führen die Torjägerliste mit 21 Treffern an. Die Curslacker werden, wie von uns prognostiziert, zwischen Platz vier bis sieben landen.

Punktgleich mit dem SVCN II ist der ASV Bergedorf 85, das Potenzial der „Elstern“ erscheint gegenwertig aber höher. Der ASV war die ganze Hinrunde unter den ersten drei. Neben Torjäger Stephan Funk glänzt auch der im Sommer begehrte Norman Leßmann mit 14 Toren. Verbessern werden sich die Bergedorfer nach Rang acht im Aufstiegsjahr allemal. Unser Tipp (Platz vier bis sechs) könnte sogar übertroffen werden, der Bezirksliga-Aufstieg wäre allerdings eine kleine Sensation.

Insbesondere deshalb, weil sich der große Titelfavorit Düneberger SV im Winter noch einmal verstärkt hat. Marcel Jeremias (kommt vom SVNA) hat schon in der Oberliga gespielt. Für alle Trainer und auch uns war schon vor der Saison klar: Die Düneberger landen auf Platz eins. Wobei, sie derzeit mit der Verfolgerrolle und Rang zwei vorliebnehmen müssen. Grund dafür waren drei Pleiten in den letzten fünf Partien vor der Winterpause. Allesamt gegen Spitzenteams (Aumühle, SVCN II und Altengamme II). Dennoch: Das Team von Trainer Dennis Tornieporth ist das spielerisch beste Team der Liga und wird sich am Ende auch mit dem Aufstieg belohnen.

Doch dafür müssen die Düneberger erst einmal am SV Altengamme II vorbei, dem Überraschungsteam schlechthin. Mit norddeutschem Understatement, das kaum einer so gut zu pflegen weiß wie Trainer Frank Graf, und einer immensen Heimstärke auf dem kleinen Kunstrasen – neun Siege in zehn Partien – liegen die Vierländer nach zwei Dritteln der Saison auf Platz eins. Wir hatten nur an Rang neun bis zwölf geglaubt, weil 35-Tore-Stürmer Philipp Ahrens in die „Erste“ ging – so kann man sich täuschen.