Bergedorf 85

"Alleine nicht überlebensfähig"

Foto: Thomas Rokos

Bergedorf. Der Streit zwischen dem ASV Bergedorf und dem FC Bergedorf 85 um offene Rechnungen ist kaum ausgestanden, da macht der ASV-Vorsitzende einen Schritt auf die 2009 ausgetretene Fußballabteilung zu. Hinz wünscht sich die Rückführung des FCB in den ASV. "Beide Vereine sind auf Dauer nicht überlebensfähig", sagt er.

Wenige Stunden bevor der ASV Bergedorf 85 dem FC Bergedorf den Strom abgedreht hätte, überwiesen die Fußballer die Hälfte ihrer Außenstände und wendeten somit eine Eskalation im Streit zwischen beiden Vereinen im letzten Moment ab.

"In den nächsten Tagen soll die letzte Rate kommen. Dann wären die Schulden beglichen", zeigte sich der ASV-Vorsitzende Klaus Hinz erleichtert, dass er seine Drohung, das Flutlicht auszuschalten, nicht in die Tat umsetzen musste. Schließlich hat er lange Jahre die Geschicke bei den "Elstern" geleitet und leidet noch immer mit dem Oberligisten. Hinz wünscht sich sogar, dass beide Clubs in Zukunft wieder unter dem Dach des ASV zusammengehen. "Beide Vereine haben jeweils rund 500 Mitglieder und sind damit auf Dauer nicht überlebensfähig", glaubt der ASV-Vorsitzende.

Von dieser These hält Marcel Knothe nicht viel. "Vor vier Jahren hatte der ASV keine 150 Fußballer. Jetzt haben wir fast 500 Mitglieder, und die Tendenz ist steigend. Außerdem kenne ich die finanzielle Situation beim ASV nicht. Mit einem Zusammenschluss beschäftige ich mich erst, wenn jemand persönlich auf mich zukommt", entgegnet der Vorsitzende des FC Bergedorf 85, der entstanden war, als sich 2009 die Fußballabteilung aus dem Traditionsverein ausgegliedert hatte.

Unabhängig von der Bereitschaft des FCB lässt Hinz seine Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am 23. November abstimmen, ob der ASV wieder eine eigene Fußballabteilung gründen soll. Viele "Elstern"-Fans würden dies begrüßen. "Von der Seniorenmannschaft und den Frauen bin ich schon angesprochen worden", sagt Hinz.

Besonders die "85"-Frauen fühlen sich vom FCB-Vorstand vernachlässigt. Die letzte Auswärtsfahrt nach Delmenhorst (siehe Bericht unten) stand auf der Kippe, weil die Busgesellschaft nicht bezahlt worden war. "Ich warte seit Wochen auf ein Gespräch mit Knothe, bin immer wieder vertröstet worden", ärgert sich Frauencoach Mato Mitrovic. "Ein Gespräch, das ist genau das, was ich seit langer Zeit anrege", schiebt der FCB-Vorsitzende den Schwarzen Peter Mitrovic zu, sagt aber auch, dass er die Zukunft der Frauen im FCB sieht. "Hier wird viel erzählt und versprochen. Wenn aber nicht bald etwas passiert, sage ich ganz offen, dass wir nicht weiter als FC Bergedorf spielen werden", ärgert sich Mitrovic und kündigt an, dass alle Frauen- und Mädchenteams (insgesamt vier) den Verein sonst wechseln würden - am liebsten zum ASV.