Fußball

Poschmanns Wutrede nach Pokal-Aus

Foto: DAMM / Olaf Damm

Bergedorf. Nach der 1:3-Niederlage wirft Bergedorfs Trainer Olaf Poschmann den Offiziellen des SC Victoria Arroganz vor.

Als das letzte Wort der Pressekonferenz nach der Pokal-Achtelfinalpartie beim SC Victoria verhallt war, sprang Olaf Poschmann abrupt auf und verließ den Raum. Nichts mehr sehen, nichts mehr hören und vor allem nichts mehr sagen: Sonst hätte sich der Trainer des Fußball-Oberligisten Bergedorf 85 wohl im Ton vergriffen. Es war nicht so sehr die 1:3-Niederlage, die den 44-Jährigen auf die Palme brachte. Vielmehr ärgerte sich Poschmann über das seiner Meinung nach arrogante Verhalten der „Vicky“-Offiziellen.

Minuten später vor dem Stadion an der Hoheluft platzte es aus Poschmann heraus: „Ich muss ja schon froh darüber sein, dass ich Manager Ronald Lotz überhaupt die Hand geben darf. Und Lutz Göttling (der Trainer, die Red.): Warum muss er nach dem Pokalspiel unbedingt darauf hinweisen, dass seine Mannschaft nie mehr so schlecht spielen wird, wie beim glücklichen 2:1-Sieg am Sonnabend gegen uns? So etwas macht man nicht. Wir sind immer noch Tabellenerster in der Oberliga. Wir sind da, wo die hin wollen. Warum müssen sie unsere Leistung schmälern?“

Starker Tobak. Nun gibt es eine Vorgeschichte. Und die begann mit dem 3:2-Sieg der „Elstern“ im Hinspiel. Victoria zog erst vors Sport- und anschließend vors Verbandsgericht, da einige Bergedorfer Akteure nicht auf der sogenannten Spielberechtigungsliste standen – und verlor in beiden Instanzen.

Dass die Pokalniederlage verdient war, daran ließ auch Poschmann keinen Zweifel aufkommen. Der verunsichert wirkende Ishmael Brown patzte gleich zu Anfang der Partie zweimal. Doch Jan Vierig konnte die sich bietenden Chancen nicht nutzen (2., 3.). Das etwas überraschende 1:0 für Bergedorf durch Andreas Akyol (13.) läutete die beste Phase der Gäste ein. Erst prüfte Michael Meyer Christian Schau mit einem strammen Schuss (16.), später parierte der SCV-Keeper einen Freistoß von Sascha de la Cuesta (33.). Doch das war’s. Fortan spielte nur noch „Vicky“. Nico Patschinksi nach einer Ecke per Kopf (37.) und Benny Hoose mit einem 30-Meter-Freistoß (44.) drehten die Partie noch vor der Pause. Bei beiden Toren machte „85“-Keeper Tobias Braun eine schlechte Figur.

Als Vierig dann auf Vorarbeit von Patschinski vor 212 zahlenden Zuschauern das umjubelte 3:1 erzielte, war die Entscheidung gefallen (55.). Die Gelb-Rote Karte für Roman Schmer war nur eine Randnotiz (71.).

De la Cuesta, der Spieler mit den meisten Ballkontakten bei Bergedorf, sprach anschließend von der bisher „schwersten Niederlage der Saison“. Das dürfte stimmen, wie auch der Umstand, dass die Trainer Poschmann und Göttling in diesem Leben keine Freunde mehr werden.

Bergedorf: Braun; Meyer, Metzler, Brown, Pettersson (59. Koca); Schmer, Ioannou; Landau, de la Cuesta, Kunath; Akyol (63. Filipe Dias).