Fußball

Wie in einem Kindergarten

Foto: Wienecke

Aumühle. Der Trainerwechsel beim Landesligisten TuS Aumühle-Wohltorf sorgt für Irritationen. Viele Spieler stärken den zum Co-Trainer degradierten Marc Gruber den Rücken.

Eigentlich schien die Sache klar: Marc Gruber sollte die Landesliga-Fußballer des TuS Aumühle-Wohltorf als Interimscoach bis Saisonende übernehmen. Gesucht wurde ein Trainer, der ihm beim Ziel Klassenerhalt unter die Arme greifen sollte. Davon ging jedenfalls Gruber aus. Nun aber haben sich die Verhältnisse geändert. Mit Ulrich Lohmann wurde ein neuer, weitestgehend unbekannter Chef-Coach verpflichtet, der ab sofort das Sagen hat. „Es war immer geplant, einen neuen Trainer zu finden. Allerdings gab es ein Kommunikationsproblem“, relativierte der stellvertretende Abteilungsleiter Jan Kunze.

Jetzt ist Lohmann im Amt. Als Chefcoach, nicht als Ergänzung. „Vom Vorstand ist eine klare Hierarchie gewollt“, äußerte sich der Neue nach dem Spiel gegen den VfL Lohbrügge. Gruber indes verweigerte jeglichen Kommentar auf die Frage, ob er sich durch die Neubesetzung auf den Schlips getreten fühle.

Die Enttäuschung sah man ihm jedoch an. Im Team hat er noch viele Befürworter. „Für mich und einige andere aus der Mannschaft war die Entscheidung durchaus überraschend. Wir wussten zwar, dass ein neuer Trainer gesucht wird, aber wir haben mit Marc Gruber einen guten Trainer, der sehr nah an der Mannschaft ist und die einzelnen Stärken und Schwächen der Spieler kennt“, sagte Abwehrmann Christopher Lemm. Vor allem Letzteres könnte Lohmann in Schwierigkeiten bringen. Zwar verfügt der 56-Jährige über mehr als 27 Jahre Erfahrung als Coach. Allerdings war er zuletzt nicht im Hamburger Fußballbereich, sondern in Mecklenburg-Vorpommern beim Landesligisten SC AWO Hagenow aktiv. Sein letztes Engagement im Heimatgebiet liegt bereits zwei Jahrzehnte zurück. Von 1988 bis 1990 trainierte er den FC Geesthacht. Für Lohmann ist die hiesige Landesliga quasi Neuland, auch die Aumühler Mannschaft kennt er kaum – nicht die besten Voraussetzungen für den Abstiegskampf.

„Was in Aumühle passiert, habe ich noch nie erlebt. Das ist Kindergarten“, weiß der scheidende Mittelfeldspieler Ali Yasar. Er vermisst eine klare Führungslinie: „Nach Schehr, Breitmeier und Gruber kommt nun der vierte Trainer. Es kann nicht immer nur am Coach liegen.“ Mit einem unzufriedenen Gruber als Co-Trainer entspannt sich die Situation sicherlich nicht.