Talent des Jahres

Frederik Lindenau will „Immer schön bescheiden bleiben“

Foto: Julian Petry

Bergedorf. Von der Leistung her hätte Frederik Lindenau bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2010 in Essen in den Leichtgewichts-Achter gehört.

Der Achter gewann später bei den A-Junioren die Goldmedaille. „Doch da war noch dieser Makel mit dem Gewicht“, erinnert sich der Ruderer vom RC Bergedorf.

Dabei lag er mit seinen 64 Kilogramm, als Trainer Felix Hoppe die Besetzung bekannt gab, sogar noch deutlich unter dem erlaubten Maximalgewicht von 67,5 Kilo. „Ich hätte aber einen schweren Athleten ausgleichen müssen, um auf den erforderlichen Bootsdurchschnitt von 65 Kilo zu kommen. Und auf 62,5 Kilo abzuspecken, wäre gesundheitsschädlich gewesen“, erklärt der 18-jährige Brunsbeker. Bei einer Körpergröße von 1,75 Meter lag sein Körperfettanteil mit sieben Prozent bereits am unteren Spektrum – normal sind etwa zwölf Prozent.

Kurzum: Lindenau brauchte drei Wochen vor den Titelkämpfen ein neues Boot. Die kurzfristig zusammengestellte Formation aus Ruderern aus Hamburg und Schleswig-Holstein schlug sich hervorragend und holte hinter dem Siegerboot die Silbermedaille. „Das ist mehr wert, als mein erster Platz von 2009, weil damals die Konkurrenz deutlich schwächer war“, betont der Schüler des Gymnasiums Großhansdorf.

Zudem belegte unser Kandidat zur Wahl zum „Talent des Jahres“ (siehe Coupon links) in Essen im leichten Zweier ohne den fünften Platz. Ebenfalls ein gutes Resultat, weil sein eigentlicher Partner Felix Falkenhof (RC Allemannia) mit Handgelenksproblemen ausgefallen war.

Doch trotz dieser unglücklichen Umstände gibt sich Lindenau vornehm zurückhaltend. „Man muss immer schön bescheiden bleiben“, sagt er. Dabei hätte er allen Grund gehabt, zu lamentieren. Denn bei den Jahrgangsmeisterschaften stellte sich heraus, dass sein Gewicht doch im Rahmen gewesen wäre.