Talent des Jahres

Miriam Butkereit: Nach langer Verletzung zum größten Erfolg der Karriere

Foto: Robert Hoyer

Glinde. Wer das Judo-Talent Miriam Butkereit vom TSV Glinde erreichen möchte, muss schon spät abends zum Telefonhörer greifen.

Denn die 16-Jährige ist mit der Schule am Gymnasium Glinde, den fünf und mehr Trainingseinheiten pro Woche und ihren Wettkämpfen tagsüber voll eingespannt. Sie ist eine unserer Kandidatinnen bei der Wahl zum „Talent des Jahres“.

Als wir sie dann doch noch erwischt haben, ist sie gerade wieder mal am Packen. Es geht nach Arlon, wo an diesem Wochenende die „Belgian Ladies Open“ ausgetragen werden. „Ich mache mir aber keinen Druck“, verrät Butkereit, „ich starte in diesem Jahr in der Altersklasse U20 statt U17 und auch eine Gewichtsklasse höher, bis 70 Kilogramm statt vorher bis 63. Das bedeutet, dass die Gegnerinnen bis zu drei Jahre älter und knapp zehn Kilo schwerer als früher sein können. Daher habe ich mir zum Ziel gesetzt, erst einmal in der neuen Klasse anzukommen.“

2010 war das Jahr ihres internationalen Durchbruchs. Dabei hatte es zunächst gar nicht danach ausgesehen. Bei einem Wettkampf in Russland fiel Butkereit bei einem Wurf unglücklich auf ihre rechte Schulter und die aus dem Gleichgewicht gebrachte Gegnerin zu allem Pech auch noch oben auf die Schulter drauf. Die Verletzung des Gelenks war so schwer, dass sie vier Wochen einen Rucksack-Verband tragen und acht Wochen mit dem Judo pausieren musste. Doch das Ausnahme-Talent ist ehrgeizig. Schon mit dem Rucksack-Verband ging sie wieder Joggen, um sich fit zu halten. Der Einsatz wurde belohnt. Butkereit qualifizierte sich für die U17-Europameisterschaften im tschechischen Teplice, ihre ersten großen internationalen Titelkämpfe. Dort gewann sie die Bronzemedaille – und war komplett frustriert. „Ich habe einfach total schlecht gekämpft“, sagt sie selbstkritisch über den größten Erfolg ihrer Karriere, „wenn man für so einen Wettkampf nominiert wird, will man auch optimal auftreten, und ich hätte es besser machen können.“ Vielleicht ja schon 2011, wir sind gespannt