Festnahme

Ex-Box-Weltmeister Felix Sturm auf Fitness-Messe verhaftet

Felix Sturm im Februar 2016. Der frühere Profiboxer wird verdächtigt, Steuern hinterzogen zu haben. Nun wurde er in Köln festgenommen.

Felix Sturm im Februar 2016. Der frühere Profiboxer wird verdächtigt, Steuern hinterzogen zu haben. Nun wurde er in Köln festgenommen.

Foto: imago sportfotodienst / imago/Eduard Bopp

Der ehemalige Box-Weltmeister Felix Sturm ist am Freitag in Köln festgenommen worden. Grund dafür soll Steuerhinterziehung sein.

Köln.  Felix Sturm hat am Freitag einen schweren Schlag einstecken müssen. Der Ex-Profibover wurde während eines Besuchs auf der Kölner Fitness-Messe „Fibo“ festgenommen. Gegen den früheren Weltmeister soll ein Haftbefehl vorgelegen haben.

Erwirkt hatte den Haftbefehl die Kölner Staatsanwaltschaft, Abteilung Wirtschaftsstrafsachen. Laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ war der Besuch der „Fibo“ war offenbar die erste Möglichkeit für die Behörden, den 40-Jährigen zu fassen. Eigentlich hätte Sturm am Freitagabend einer der prominenten Gäste einer Gala in München zum 70. Geburtstag des Berufsboxer-Verbands BDB sein sollen. So musste er die Nacht aber im Gefängnis verbringen.

Dem Bericht zufolge steht der Verdacht auf Steuerhinterziehung im Raum. Um welche Summe es gehe, sei bisher nicht bekannt. Das Management von Sturm wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Die Staatsanwaltschaft war zunächst nicht erreichbar.

Verbandspräsident: „Felix tut mir wirklich leid“

„Felix tut mir wirklich leid. In den letzten Jahren gab es immer mal wieder Negativschlagzeilen um ihn, die auf den Boxsport zurückfallen“, sagte Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) am Sonntag.

Der in München am Freitag wiedergewählte Verbandschef betonte, dass die Unschuldsvermutung gelte, solange Sturm nichts nachgewiesen worden sei. „Aber es werden schon triftige Gründe vorliegen, sonst wäre er nicht festgenommen worden. Wenn die Vorwürfe stimmen, muss er mit der Härte des Gesetzes leben“, sagte der BDB-Präsident.

Ermittlungen gegen Felix Sturm schon 2015 und 2016

Zuletzt war der Supermittelgewichtler wegen einer positiven Dopingkontrolle in die Schlagzeilen geraten. Sturm war nach seinem Sieg am 20. Februar 2016 in Oberhausen in der WM-Revanche gegen den Russen Fjodor Tschudinow in A- und B-Probe positiv auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol getestet worden.

Ein Prozess gegen ihn platzte allerdings, die 8. Große Strafkammer in Köln lehnte im Januar die Eröffnung des Hauptverfahrens ab, da kein hinreichender Tatverdacht gegen den Ex-Champion bestanden habe. Weder der Weltverband WBA, noch der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) hatte Sturm gesperrt. 2015 war gegen ihn zudem wegen angeblicher Anstiftung zu einem Tötungsdelikt ermittelt worden, die Ermittlungen wurden aber eingestellt.

Felix Sturm gewann fünf WM-Titel

Sturm, der mit Geburtsnamen Adnan Catic heißt, gehörte stilistisch zu den besten deutschen Boxern. Schon als Amateur stach sein Talent heraus, er krönte seine Laufbahn 2000 mit dem Gewinn des EM-Titels im Mittelgewicht. Sturm gewann insgesamt fünf WM-Titel bei verschiedenen Weltverbänden, von seinen 48 Fights gewann er 40.

2009 trennte er sich von seinem Promoter Klaus-Peter Kohl und machte sich selbstständig mit der Sturm Box-Promotion und einem Gym in Köln. Zudem gab er später bekannt, als Geschäftsmann mit einem Energydrink erfolgreich zu sein. (cho/sid/dpa)