Mit Verspätung

Endspurt der Arbeiten am Sachsenwaldring in Schwarzenbek

Der Fußweg, der im inneren Bereich des Sachsenwaldrings verläuft, ist auf der östlichen Seite bereits gepflastert, neue Laternenmasten aufgestellt. Was fehlt, ist der Straßenbelag.

Der Fußweg, der im inneren Bereich des Sachsenwaldrings verläuft, ist auf der östlichen Seite bereits gepflastert, neue Laternenmasten aufgestellt. Was fehlt, ist der Straßenbelag.

Foto: Marcus Jürgensen

Der Ausbau des Sachsenwaldsrings in Schwarzenbek dauert sechs Monate länger als geplant. Anwohner müssen 85 Prozent der Kosten tragen.

Schwarzenbek.  Mit voraussichtlich sechs Monaten Verspätung aber ohne Kostensteigerungen wird der Ausbau des Sachsenwaldrings nach aktueller Einschätzung des Bauamtes bis zum Jahresende abgeschlossen. Bauamtsmitarbeiter Reinhard Cordes hat den Politikern im Bauausschuss den aktualisierten Zeitplan vorgelegt. Danach läuft zur Zeit der Bau des Gehwegs, der Mitte November abgeschlossen sein soll. Künftig wird es nicht mehr beidseitig Gehwege geben, sondern einen breiten an der Innenseite des Rings, auf dem auch die Begegnung von zwei Kinderwagen möglich sein wird. An der Außenseite der Ringstraße werden die Parkplätze in Querrichtung angeordnet. Bislang standen die Autos rechts und linksseitig und bei Rettungseinsätzen konnte es für die Einsatzfahrzeuge eng werden.

Neue Asphaltdecke kommt im November

Vom 23. November bis zum 11. Dezember soll dann die Fahrbahn asphaltiert werden. Bis zum Jahresende soll die Baustelle geräumt und abgenommen sein. Die Einhaltung der Termins wäre wichtig, da die Stadt dann von der wegen der Corona-Pandemie gesenkten Mehrwertsteuer profitieren würde. Dann wären nur 16 Prozent fällig, ab Beginn des Jahres 2021 sollen wieder 19 Prozent Mehrwertsteuer gelten. Sollte nicht alles fertig werden, ist eine Zwischenabnahme vorgesehen, damit der bis dahin fertige Teil mit dem verminderten Mehrwertsteuersatz abgerechnet werden kann und nur auf die Restarbeiten 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden.

Bei großen Baustellen sind Verzögerungen programmiert

Die Verzögerungen kamen durch Witterungseinflüsse und Probleme bei der Koordination der Gewerke zustande. Bei so großen Baustellen gebe es immer Verzögerungen. Das sei normal, sagte Bauamtsleiter Ralf Hinzmann während der Ausschusssitzung. Für die Anlieger – in erster Linie der Wohnungskonzern Vonovia, dem ein Großteil der Wohnungen gehört, kommen indes Kosten zu. Der Ausbau wird rund 620.000 Euro kosten. Da es sich beim Sachsenwaldring um eine sogenannte Anliegerstraße handelt, werden nach der Straßenausbausatzung der Stadt 85 Prozent der Kosten auf die Grundeigentümer umgelegt.

Wegen der Bauarbeiten sind Parkplätze knapp geworden

Der Ausbau des Sachsenwaldrings hatte planmäßig im April 2019 mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Die Stadt hatte die Bauarbeiten in zwei Hälften geteilt und die Einbahnstraßenregelung der Ringstraße aufgehoben, damit die Anwohner ihre Wohnungen erreichen konnten.

Trotzdem gibt es seit Beginn der Arbeiten Parkplatzprobleme im Wohngebiet, weil viele Stellplätze momentan nicht zur Verfügung stehen und auch der Sandparkplatz an der Ecke Kollower Straße/Gülzower Straße als Lagerplatz für Sand und Pflastersteine sowie Baugeräte dient.

Im alten Asphalt war gesundheitsgefährdendes Pech

Gleich zu Beginn der Arbeiten hatte sich eine Befürchtung bewahrheitet. Bei Untersuchungen der Asphaltdecke waren in den Bohrkernen Spuren von Pech entdeckt worden. Die zähflüssige, klebrige, braune bis schwarze Masse wurde einst beim Straßenbau als Kleber zwischen Trag- und Deckschicht aufgespritzt. Das war auch am Sachsenwaldring der Fall. Pech gilt als gesundheitsgefährdend und muss als Sondermüll entsorgt werden. Deshalb mussten die Arbeiter zunächst Schutzanzüge tragen und die Baustelle wurde mit Planen abgeschirmt, damit kein Staub in die Wohnungen gelangt. Die Kosten für die Entsorgung waren aufgrund des Gutachtens bereits einkalkuliert. Während der noch laufenden Bauarbeiten war auch die Kollower Straße für zwei Monate gesperrt, um die Anschlüsse der Ver- und Entsorgungsleitungen zu erneuern. Denn die Stadtwerke haben die Bauarbeiten auch genutzt, um Frischwasserversorgung sowie die Schmutzwasser- und Regenwasserkanalisation zu erneuern. Der Ausbau ist die dritte Großbaustelle in diesem Bereich in den vergangenen zehn Jahren. Zunächst wurde die Schmiedestraße saniert, dann kam die Uhlenhorst an die Reihe und jetzt war der Sachsenwaldring dran.

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Anwohner in Schwarzenbek zahlen weiter:

Die sogenannte Straßenbaubeitragssatzung der Stadt Schwarzenbek stammt aus dem Jahr 2012 und wurde 2013 zuletzt ergänzt. Die Formulierungen entsprechen aber nicht mehr der aktuellen Rechtsprechung, deshalb hat der von der Stadt konsultierte Fachanwalt Professor Dr. Marcus Arndt den Text überarbeitet. Die Neufassung der Satzung wurde bereits im Bauausschuss beraten, heute ist sie Thema im Finanzausschuss. Am kommenden Donnerstag beschließen die Stadtvertreter über die Satzung. Die generellen Beratungen über dieses Thema ziehen sich schon seit mehreren Jahren hin, weil es immer wieder Diskussionen gab, die Anwohner zu entlasten. Das Land ermöglicht den Kommunen sogar, ganz auf Beiträge zu verzichten. Dafür gab es aber keine politischen Mehrheiten in der Stadt. Für reine Wohnstraßen müssen Anlieger weiterhin 85 Prozent der Baukosten tragen.