Landgericht Hamburg

Freundin aus Gülzow zur Prostitution gezwungen?

Die Liste der Straftaten ist lang, wegen derer sich ein 43 Jahre alter Mann am kommenden Freitag an vor dem Landgericht Hamburg verantworten muss (Symbolfoto).

Die Liste der Straftaten ist lang, wegen derer sich ein 43 Jahre alter Mann am kommenden Freitag an vor dem Landgericht Hamburg verantworten muss (Symbolfoto).

Foto: Peter Steffen / dpa

43-Jähriger muss sich wegen diverser Vorwürfe vor dem Landgericht verantworten. Seine damalige Freundin sollte anschaffen gehen.

Hamburg/Gülzow. Zuhälterei, gewerbsmäßiger Diebstahl und ein Einbruch: Die Liste der Straftaten ist lang, wegen derer sich ein 43-Jähriger am kommenden Freitag von 9.30 Uhr an vor dem Landgericht Hamburg verantworten muss. Der schlimmste Vorwurf: Die Staatsanwaltschaft hält es für erwiesen, dass der Angeklagte seine damalige Freundin in deren Gülzower Wohnung im Oktober 2015 erstmals zur Prostitution gezwungen haben soll. Dabei soll der Mann die Gülzowerin mit einem Messer bedroht haben. Als diese sich weigerte, Sex gegen Geld mit Männern zu haben, soll der Angeklagte ihr mit dem Messer eine Haarsträhne abgeschnitten und gedroht haben, ihrem Sohn Gewalt anzutun.

Aus Angst vor dem Angeklagten, der sie in der Folge auch mehrfach geschlagen haben soll, bot sich die Gülzowerin zwei Jahre lang bis zum Oktober 2017 in Online-Anzeigen als Prostituierte an. Sie soll die Freier empfangen haben, während ihr Sohn zur Schule ging. Ihre kompletten Einnahmen musste sie an den Hamburger abgeben.

Angeklagter soll dreimal in ein Hotel eingebrochen sein

Damit nicht genug. Der Angeklagte brauchte offensichtlich mehr Geld, als seine damalige Lebensgefährtin als Prostituierte verdiente. Denn ihm wird von der Staatsanwaltschaft ebenfalls vorgeworfen, am 22. April 2017 gegen 0.30 Uhr in ein Einfamilienhaus in Büchen eingebrochen zu sein. Er soll das Küchenfenster mit einem Gullydeckel eingeworfen haben und 650 Euro Bargeld sowie eine Stofftasche mit Medikamenten gestohlen haben. Als er auch das Obergeschoss nach Beute durchsuchte, traf er dort auf die verängstigte Bewohnerin. Anschließend ergriff er die Flucht, so die Anklagevertreter.

Die Serie der Straftaten ging in Harburg weiter. Im Juni 2017 soll der Angeklagte dort insgesamt dreimal in ein Hotel eingebrochen sein und dort 535 Euro sowie diverse Schlüssel gestohlen haben, wobei es im dritten Fall bei einem Einbruchsversuch blieb, weil es dem Angeklagten nicht gelang, die Fensterscheibe der Lobby mit einem Gullydeckel einzuschlagen.

Mehrere Verhandlungstage sind angesetzt

Der Prozess beginnt am Freitag vor der Großen Strafkammer 22 im Hamburger Landgericht. Wegen der Vielzahl der Delikte und der geladenen Zeugen sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.