Herzogtum Lauenburg

Suchhunde sollen Afrikanische Schweinepest aufspüren

Arne Ernst mit Wicky (Kleine Münsterländerin), Inga Orlowski mit Tajo (Labrador), Henner Niemann mit Wilma (Spinone Italiano), Britta Grunau mit Daniela (Australien Shephard) (nicht an der Prüfung teilgenommen, da Hündin trächtig), Sophia Reiter mit Mavi (Magyar Viszlar), Jeanine Wagner mit Wolke (Weimaraner), Amelie Lazar mit Anton (Rauhhaarbracke), Bernd Karsten mit Cebulon (Griffon, v.l.)

Arne Ernst mit Wicky (Kleine Münsterländerin), Inga Orlowski mit Tajo (Labrador), Henner Niemann mit Wilma (Spinone Italiano), Britta Grunau mit Daniela (Australien Shephard) (nicht an der Prüfung teilgenommen, da Hündin trächtig), Sophia Reiter mit Mavi (Magyar Viszlar), Jeanine Wagner mit Wolke (Weimaraner), Amelie Lazar mit Anton (Rauhhaarbracke), Bernd Karsten mit Cebulon (Griffon, v.l.)

Foto: Anke Oestreich

Vorbereitung im Herzogtum: Sieben Hunde und ihre Halter haben die Prüfung zum Suchhund für die Afrikanische Schweinepest bestanden.

Fredeburg. „Es ist nicht die Frage, ob sie kommt, sondern nur wann“, hatte Bernd Kasten, Vorsitzender der Kreisjägerschaft im Herzogtum Lauenburg noch Anfang August gewarnt, die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu verharmlosen. Nun ist sie da: Im Landkreis Spree-Neiße war in der vergangnen Woche ein totes Wildschwein gefunden worden, gestern wurde im Bundesland Brandenburg weitere Kadaver entdeckt, die noch untersucht werden müssen.

Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg bereitet man sich auf die Seuche vor: Sieben Hundehalter mit ihren Tieren haben jetzt die ASP-Suchhunde-Prüfung bestanden. Als Team sind sie nun in der Lage, tote Wildschweine zu finden und deren Position an die Bergungsteams weiterzugeben. Eine Anfrage aus Brandenburg, ob die schleswig-holsteinischen Hundestaffeln aus dem Herzogtum und dem Kreis Segeberg auch dort bei der Suche nach Kadavern helfen können, ist bereits eingegangen. Wann und unter welchen Voraussetzungen ein Einsatz stattfinden kann, steht derzeit aber noch nicht fest.

In Schleswig-Holstein gibt es jetzt 21 ASP-Suchunde

Die Kursusteilnehmer hatten sich wie berichtet freiwillig für die Ausbildung beworben, um im Seuchenfall in Schleswig-Holstein eingesetzt werden zu können. Die Bereitschaft ist bei allen Beteiligten hoch, noch nicht klar sind hingegen die Rahmenbedingungen für einen möglichen Einsatz: Viele der Teilnehmer müssten etwa Urlaub bei ihren Arbeitgebern einreichen und sich bei einem mehrtägigen Einsatz auch um eine Kinderbetreuung und andere Dinge kümmern.

Gemeinsam mit den ASP-Suchhunden im Kreis Segeberg stehen in Schleswig-Holstein ab sofort insgesamt 21 Hunde für den Einsatz im Seuchenfall zur Verfügung. Die Ausbildung erfolgte durch das Team „28 Pfoten“ aus Koldebüttel in Nordfriesland. Anke und Jörg Oest-reich hatten 2019 als Pilotprojekt die erste Suchhunde-Staffel gemeinsam mit der Jägerschaft im Kreis Segeberg ausgebildet.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist der waldreichste Kreis in Schleswig-Holstein und auch der Kreis mit der höchsten Schwarzwild-Population. Bereits vor sechs Jahren hatte die Landesregierung auf den Raststätten und Parkplätzen an den Autobahnen Warnschilder aufstellen lassen: Trucker auch Osteuropa sollten Wurstreste nicht einfach in die Natur werfen, denn das Virus lebt auch in geräucherten oder gepökelten Fleisch weiter. 2018 hatte der Kreis dann die Abläufe bei einem fiktiven Ausbruch in einer Übung erprobt, 2019 eine seuchensichere Sammelstelle am Standort des Kreisforstamtes in Farchau in Dienst genommen. Eine weitere Sammelstelle soll im Südkreis eingerichtet werden.

ASP: Für Schweine tödlich, für Menschen ungefährlich

Die ebenso virulente wie hochinfektiöse Seuche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) stellt bundesweit eine große Bedrohung für die Wild- und Hausschweinbestände dar und beschäftigt sowohl Jäger als auch Schweinehalter. Mit dem Vormarsch der Seuche über das Baltikum nach Polen bis nach Brandenburg ist die Jägerschaft alarmiert. Das Virus der hoch ansteckenden Infektionskrankheit ist lange überlebensfähig und leicht übertragbar. Für Wild- und Hausschweine verläuft die Infektion mit ASP tödlich, eine Gefahr für den Menschen besteht hingegen nicht. Die Übertragung erfolgt durch einen direkten Kontakt mit infizierten Tieren, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen aber auch indirekt über Fahrzeuge oder Ausrüstungsgegenstände. Das macht sie so gefährlich. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite des Friedrich-Loeffler-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, unter www.fli.de.

Auch interessant:

Angehende Landwirte starten ihre Ausbildung