Schwarzenbek

Weil Einnahmen fehlen, droht der Volkshochschule ein Minus

Die Volkshochschule (VHS) Schwarzenbek ist in eine finanzielle Schieflage geraten (Symbolfoto).

Die Volkshochschule (VHS) Schwarzenbek ist in eine finanzielle Schieflage geraten (Symbolfoto).

Foto: Angelika Warmuth / picture alliance / Angelika Warmuth/dpa

Stadt gibt weiteren Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro, um die Volkshochschule durch die Krise zu helfen. Nur 100 Mitglieder im Verein.

Schwarzenbek. „Wenn jeder Schwarzenbeker Mitglied wäre, hätten wir keine finanziellen Probleme“, sagt Peter Klemmer, Vorsitzender des Trägervereins der Volkshochschule. 7,50 Euro kostet der Jahresbeitrag, doch obwohl eine Vielzahl der Bürger die VHS-Angebote nutzt, sind nur etwa 100 Mitglieder im Verein. Das rächt sich in Corona-Zeiten: Weil seit dem Shutdown im März bis zu den Sommerferien bis auf die digitalen Angebote alle Kurse ausgefallen sind, ist die VHS in eine finanzielle Schieflage geraten.

Viele Absagen aus Furcht vor dem Coronavirus

Und sie fallen weiterhin aus, so Geschäftsführerin Anja Erdmann: „Weil sowohl Dozenten als auch Teilnehmer trotz Hygienekonzept und Abstandsregeln weiterhin unsicher sind.“ Statt jetzt zu buchen, warten viele ab, verschieben Sprach-, Gesundheits- oder Kreativkursus auf das kommende Jahr. Mangels Anmeldungen wurde jetzt der Kursus „Kreativ fotografieren“, geplant für den 11. und 18. September, abgesagt. Das „ABC des Pilzesammelns“ (Start am 4. Oktober) ist hingegen seit Monaten völlig ausgebucht ist: „Der Kursus findet aber auch draußen statt“, sagt Erdmann.

Dabei sei der Präsenzunterricht gerade eine der Stärken der Volkshochschule, so Erdmann: „Wir hatten einen Spanisch-Kursus in Zeiten des Lockdowns ins Internet verlegt. Als die Lockerungen kamen, haben die Teilnehmer aber entschieden, sich wieder persönlich zu treffen.“

Ist Trägerschaft durch einen Verein noch zeitgemäß?

Aus der Schieflage hat der Sozial- und Kulturausschuss der Stadt die Bildungseinrichtung jetzt etwas befreit: Im nichtöffentlichen Teil der vergangenen Sitzung stimmten die Politiker einem VHS-Antrag zu und erhöhten den Zuschuss für das laufenden Jahr um 25.000 Euro auf nun 60.000 Euro. Den Nachschlag gibt es jedoch nur unter Vorbehalt: Sollte die VHS Fördermittel von Land oder Bund generieren können, wird der Zuschuss entsprechend reduziert. Langfristig will der Ausschuss klären, ob die Trägerschaft über einen Verein noch zeitgemäß ist. Die meisten Volkshochschulen im Kreis sind so organisiert, in Mölln und Ratzeburg ist die VHS jedoch städtisch, in Geesthacht eine gemeinnützige GmbH.

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Der Jahresetat der Schwarzenbeker Bildungseinrichtung liegt bei über 100.000 Euro. Etwa 60 Prozent davon werden durch Einnahmen erwirtschaftet. Die Stadt trägt bisher rund 30 Prozent der Kosten (35.000 Euro), hinzu kommen weitere Zuschüsse von Land und Kreis sowie Spenden. Davon werden Raummieten, Versicherungen, die Honorare für die Dozenten sowie die Gehälter für Erdmann und Mitarbeiterin Heinke Zorn in der Geschäftsstelle bezahlt, die beide in Teilzeit tätig sind.

Spannende Vorträge im September

Smart Home (22. September): Von 18 bis 20 Uhr gibt es von Tom Janneck, Leiter des Projekts „Verbraucher in der Energiewende“ der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Tipps zum Energiesparen über die Vernetzung im Haushalt.

Alzheimer – Neues aus der Forschung (23. September): Barbara Hergert vom Demenznetzwerk des Kreises informiert von 19 bis 21 Uhr über neue Erkenntnisse. Beide Vorträge sind für Besucher kostenfrei, Anmeldung über www.vhs-schwarzenbek.de.