Wahl im September

Bürgermeisterkandidat will Schwarzenbeker mehr beteiligen

Matthias Schirmacher (56, Bündnis 90/Grüne) will Bürgermeister seiner Heimatstadt Schwarzenbek werden.

Matthias Schirmacher (56, Bündnis 90/Grüne) will Bürgermeister seiner Heimatstadt Schwarzenbek werden.

Foto: Marcus Jürgensen

Matthias Schirmacher (Bündnis 90/Grüne) möchte ein Bürgermeister für alle werden. Für ihn hat die aktive Phase des Wahlkampfs begonnen.

Schwarzenbek. Mit der Freischaltung seiner Internetseite (www.matthias-schirmacher.de) hat am Freitag für den Bürgermeisterkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen die aktive Phase des Wahlkampfs begonnen. Layout und Text der Homepage und des Infoflyers haben seit Februar 2020 mehrere Änderungen erfahren, die letzte Korrektur fand vorgestern statt: „Ich hatte am Donnerstag Geburtstag, bin jetzt 56 Jahre alt“, berichtet Matthias Schirmacher mit einem Schmunzeln.

Ursprünglich sollten die Schwarzenbeker am 17. Mai den neuen Verwaltungschef des Rathauses wählen, coronabedingt wurde der Termin auf Sonntag, 27. September, verschoben. Ab Sonntag, 16. August, werden Schirmacher und seine Helfer dann auch die Wahlplakate an den Straßenrändern aufstellen. Erlaubt ist diese Form der Wahlwerbung erst in den letzten sechs Wochen vor dem Wahltermin. 100 Wahlplakate hat der 56-Jährige drucken lassen, dazu 8000 Infobroschüren. „Alles ökologisch korrekt“, sagt Schirmacher, der an seinen Wahlkampfständen auch auf Geschenke wie Kugelschreiber oder Wimpel verzichten wird.

Schirmacher setzt auf Bürgerbeteiligung und kritisiert Amtsinhaberin

„Natürlich stehe ich für die Kernziele der Grünen wie Umwelt- und Klimaschutz, aber nicht nur“, sagt Schirmacher: „Ich will ein Bürgermeister für alle sein.“ Die Förderung des Gemeinwesens liege ihm am Herzen: „Wir müssen daran arbeiten, die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Ehrenamtlichen auszubauen – da läuft derzeit nicht alles so gut“, kritisiert Schirmacher, der seit 30 Jahren Stadtverordneter und seit zwei Jahren Bürgervorsteher ist, die aktuelle Amtsinhaberin Ute Borchers-Seelig: Er wolle ein Bürgermeister zum Ansprechen sein – sowohl für Bürger als auch Verwaltungsmitarbeiter.

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Und auch gegen Mitbewerber Norbert Lütjens, Stadtjugendpfleger in Schwarzenbek, gibt es eine kleine Spitze. Er, Schirmacher, sei nicht nur gebürtiger Schwarzenbeker, sondern auch der erste Kandidat, der nicht aus der Verwaltung komme. Sowohl die Amtsvorgänger Frank Ruppert als auch Borchers-Seelig, die nicht erneut kandidiert, waren zuvor Kämmerer der Stadt. „Ein Bürgermeister muss nicht wissen, wie ein Personalausweis verlängert wird“, sagt Schirmacher. Er sieht seine Aufgabe in der Stärkung des Gemeinwesen und der Wirtschaftsansiedlung. „Mein Ziel ist eine moderne Verwaltung, die für die Menschen da ist“, sagt der Grüne, der die Bürger bei Zukunftsthemen frühzeitig einbinden will.

Vom Energieanlagenelektroniker zum Stadtoberhaupt

Schirmacher, der seit 2012 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, hat zunächst Energieanlagenelektroniker bei Fette gelernt, später eine Ausbildung zum Versicherungsfachmann absolviert. Nachdem er bisher eher informelle Gespräche geführt hat, plant Schirmacher nun Wahlkampfstände auf dem Wochenmarkt, in Stadtteilen sowie Haustürbesuche. Bürger können ihn zudem über seine Internetseite und Facebook kontaktieren.